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Nicht dramatisch: Halbjahresanalyse der Malware-Entwicklung

28.09.2006 | 08:49 Uhr |

Kaspersky Labs hat in seinem "Security Bulletin Januar-Juni 2006" fünf Analysen der Malware-Situation im ersten Halbjahr 2006 zusammengefasst. Demnach hat sich die Zahl der monatlich neu entdeckten Schädlinge seit Ende 2005 um 8 Prozent erhöht.

Yury Mashevsky, Virenforscher beim russischen Antivirus-Hersteller Kaspersky Labs , unterscheidet in seiner Analyse die derzeit verbreiteten Schädlinge in drei Kategorien.

Als "Trojware" bezeichnet er alles, was allgemein unter den Oberbegriff "Trojanische Pferde" fällt - also Schädlinge, die sich nicht selbsttätig weiter ausbreiten und mehr oder weniger verdeckt Schaden auf dem PC anrichten. Sie machen den Löwenanteil aktueller Schädlinge aus und verzeichnen das stärkste Wachstum - die Zahl monatlich neu entdeckter Spezies hat um 9 Prozent zugenommen.

In der Kategorie "Virware" finden sich nicht nur klassische Dateiviren sondern auch Würmer aller Art, die sich etwa per Mail, Instant Messenger oder P2P-Netze verbreiten. Der Anteil dieser Schädlinge geht weiter zurück, die Zahl der monatlich neu hinzu kommenden Spezies ist um 1,1 Prozent gesunken.

Die restlichen Schädlinge werden in der Kategorie "Malware" zusammen gefasst. Hier finden sich zum Beispiel Spam-Tools, Exploits, Virenbaukästen, Hoaxes oder Scherzprogramme. Die größte Teilmenge davon sind Exploits, die zur Verbreitung anderer Schädlinge eine wichtige Rolle spielen. Durch die Ausnutzung (englisch: exploit) von Sicherheitslücken in Betriebssystemen, Browsern oder Web-Anwendungen werden verschiedene Schädlinge, meist Trojanische Pferde eingeschleust.

Ein zunächst vor allem in Russland beobachteter Schädlingstyp, der zuweilen als "Ransomware" bezeichnet wird, versteckt oder verschlüsselt Dateien auf dem PC des Opfers und fordert dann ein Lösegeld. Nach dessen Zahlung sollen die Opfer ein Passwort zum Entschlüsseln ihrer Dateien erhalten. Die Zahl derartiger Schädlinge hat vor allem seit Februar zugenommen. Sie sind inzwischen auch in Westeuropa gesichtet worden.

Fazit: Vor allem solche Schädlinge, die es Kriminellen ermöglicht, Botnets aufzubauen und vertrauliche Daten auszuspionieren, zeigt deutliche Zuwachsraten. Diese Tendenz wird voraussichtlich weiter anhalten. Insgesamt ist die Situation nach Ansicht von Yury Mashevsky nicht dramatisch. Wer Windows und seine Schutz-Software stets auf dem aktuellen Stand hält, sei hinreichend geschützt.

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