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Ngi geht gegen T-Online vor

17.11.2000 | 16:16 Uhr |

Ngi kündigt in einer Erklärung zu der Entscheidung der Regulierungsbehörde gegen T-Online an, nun weitere Schritte gegen T-Online anzustrengen. So wolle man gegen die Jahresvertragsbindung des T-Online Flatrate-Tarifs vorgehen. Als Grund gibt Ngi an, dass es nicht sein dürfe, dass ein marktbeherrschendes Unternehmen wie T-Online mit rechtswidrigen Mitteln einen großen Teil der Flatrate-Nachfrager auch noch über den 1. Februar 2001 hinaus an sich binde. Hiermit seien diese Flatrate-Nutzer trotz der dann umgesetzten Deregulierung vom Markt ausgeschlossen.

Ngi kündigt in einer Erklärung zu der Entscheidung der Regulierungsbehörde gegen T-Online an, nun weitere Schritte gegen T-Online anzustrengen. So wolle man gegen die Jahresvertragsbindung des T-Online Flatrate-Tarifs vorgehen. Als Grund gibt Ngi an, dass es nicht sein dürfe, dass ein marktbeherrschendes Unternehmen wie T-Online mit rechtswidrigen Mitteln einen großen Teil der Flatrate-Nachfrager auch noch über den 1. Februar 2001 hinaus an sich binde. Hiermit seien diese Flatrate-Nutzer trotz der dann umgesetzten Deregulierung vom Markt ausgeschlossen.

Derzeit überprüfe Ngi rechtlich, ob die Vertragsbindung unwirksam sei. Zusammen mit den anderen beteiligten Unternehmen werde man nun alle Anstrengungen unternehmen, damit der von der Deutschen Telekom am 1. Februar 2001 geforderte Preis sowie die Umsetzung der Großhandelsflatrate nicht an den Markterfordernissen vorbeigehe und die Entscheidung der Regulierungsbehörde auf diese Art und Weise ausgehebelt würden.

Ngi hat zum 1. Februar 2001 eine Flatrate in Aussicht gestellt. Bis zu diesem Zeitpunkt muss die Telekom allen Fremdanbietern ein akzeptables Angebot für eine Großhandelsflatrate unterbreiten.

"Es wurde eine positive Entscheidung in dem 'Verfahren der nachträglichen Entgeltregulierung' getroffen. Eine sofortige exakte Festsetzung der Entgelthöhe war unter Berücksichtigung der derzeitigen Gesetzeslage aus formalen Gründen wohl schwierig", so eine erste Stellungnahme von Ngi.

Die Entscheidung der Regulierungsbehörde sieht Ngi auch als einen Erfolg ihrer Anstrengungen. "Es freut uns sehr, dass die RegTP den von uns vorgebrachten Argumenten gefolgt ist, wir konnten hier als Anfang Oktober zweitgrößter Flatrate-Anbieter der RegTP repräsentative Zahlen vorlegen, welche die von der Deutschen Telekom vorgelegten Behauptungen eindeutig widerlegten", heißt es bei Ngi.

Die Regulierungsbehörde habe nun die Auffassung von Ngi bestätigt, dass die Deutsche Telekom mit "höchst fragwürdigen" wettbewerbsrechtlichen Methoden Ngi zur Aussetzung der Ngi-Flatrate gezwungen habe. "Dadurch konnte T-Online aus dem Konzern der Deutschen Telekom faktisch eine Monopolstellung auf dem Gebiet der Flatrate-Tarife erreichen", stellt Ngi fest.

Abschließend erklärt Ngi: "Die Einführung der Großhandelsflatrate war die logische Konsequenz und konnte auch durch die beharrliche Weigerung der Deutschen Telekom nicht weiter hinausgezögert werden. Wir freuen uns auf einen fairen und ehrlichen Wettbewerb in der Zukunft. Ohne die Abschirmung ihrer marktbeherrschenden Konzernmutter wird sich T-Online auf dem Markt jetzt warm anziehen müssen."

Kurzfristig werde es Ngi mit der jetzigen Entwicklung möglich sein, "in Vorbereitung befindliche Produkte kurzfristig umzusetzen und so weiter an der Vision der nächsten Internetgeneration zu arbeiten." Die Politik fordert Ngi nachdrücklich dazu auf, ihren Anteil an der raschen und im Sinne des Verbraucher zu gestaltenden Umsetzung durch die Deutsche Telekom zu leisten.

PC-WELT meint:

Es ist noch nicht solange her, da durchzog ein Ruck die mit vielen Hoffnungen gestarteten Flatrate-Anbieter. Nach vollmundigen Versprechungen und sich unterbietenden Angeboten, fielen sie ziemlich schnell auf den harten Boden der Realität.

Die Anbieter nannten die Telekom als Hauptschuldigen. Die Telekom wies die Schuld mit Hinweis auf die mangelnde Kostenrechnung zurück an die Flatrate-Anbieter. Als Verlierer blieben die Kunden auf der Strecke, die teilweise eine Flatrate bezahlen mussten, die sie gar nicht nutzen konnten.

Pleiten hin oder her - der Kunde war am meisten betroffen von der Flatrate-Misere, die mit dem Untergang der ersten Flatrate-Anbieter begann. Zunächst wurden sie mit Einwahl-Problemen gepeinigt und anschließend mit Problemen bei der Kündigung. Wer gar besonders viel Pech hatte, musste gleich mehrmals den Untergang seiner Flatrate als Kunde durchleben und landete letztendlich wieder bei den Call-by-Call-Anbietern.

Die meisten Hoffnungen setzten die gescheiterten Flatrate-Anbieter auf die Regulierungsbehörde. Diese hat nun mit ihrer Entscheidung dafür gesorgt, dass Sonnet, Mic, Ngi und AOL die Sektkorken knallen lassen konnten.

Für den Kunden bleibt bei der aktuellen Entwicklung nichts anderes übrig, als abzuwarten, wie sich die Situation entwickelt. Einwahlprobleme sollten dabei ebenso der Vergangenheit angehören, wie Übertragungsprobleme und Verbindungsabbrüche.

Die Entscheidung der Regulierungsbehörde war nur ein Anfang. Was die Anbieter nun daraus machen, liegt an ihnen. (PC-WELT, 17.11.2000, pk)

PC-WELT-Report: Hintergründe und Fakten zur Flatrate-Entscheidung:

Flatrate-Urteil - was nun? (PC-WELT Online, 16.11.2000)

Telekom unterliegt im Streit um Internetpauschale (PC-WELT Online, 15.11.2000)

Streit um Internet-Pauschaltarif (PC-WELT Online, 13.11.2000)

Flatrate: Durchbruch bei 50 Mark? (PC-WELT Online, 09.10.2000)

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