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NewLove-Desaster blieb aus

22.05.2000 | 13:16 Uhr |

Der Mail-Wurm "NewLove" hat weit weniger Schaden angerichtet als sein Vorgänger "Loveletter". Trotzdem mahnen Experten die Wirtschaft eindringlich zu mehr Vorsicht in ihren Computer-Systemen. Die Firmen müssten mehr in die Sicherung der Netze und Daten investieren - solche Maßnahmen seien genauso wichtig wie abends das Werktor abzuschließen.

Der Mail-Wurm "NewLove" hat weit weniger Schaden angerichtet als sein Vorgänger "Loveletter". Nach Angaben des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) liegt auch nach dem Wochenende noch keine Schadensmeldung vor. Der Finanzagentur Bloomberg zufolge sind weltweit lediglich ein paar tausend Rechner befallen.

Die NewLove-Attacke zeigt aber, dass die Firmen offenbar vorsichtiger geworden sind. Zu der geringeren Verbreitung beigetragen haben dürfte, dass VBS-Anhänge in Firmen nicht mehr ohne weiteres an Anwender zugestellt werden. Unwirksam gegen "NewLove" waren jedoch Provisorien, die Mails mit "Loveletter" im Betreff zurückweisen. Wie sich bei der Aussendung eines (wie gewohnt virenfreien) PC-WELT-Newsletters mit dem Stichwort "Loveletter" im Betreff gezeigt hat, haben immer noch einige Firmen diese Sofortmaßnahme nicht rückgängig gemacht.

Auch die PC-Anwender sind vermutlich beim Empfang von Mails mit Anhängen vorsichtiger geworden sind. Zusätzlich positiv dürfte sich ausgewirkt haben, dass einige Antivirenprogramme Loveletter-artige Viren nun erkennen. So benutzt beispielsweise AVP einen Script Checker, der eine NewLove-Infektion verhindern konnte.

Trotzdem mahnen Experten die Wirtschaft eindringlich zu mehr Vorsicht in ihren Computer-Systemen. Die Firmen müssten mehr in die Sicherung der Netze und Daten investieren - solche Maßnahmen seien genauso wichtig wie abends das Werktor abzuschließen. Der Loveletter-Virus habe gezeigt, dass in der Wirtschaft für dieses Thema zu wenig Sensibilität vorhanden sei. "Die Sicherung der Netze und Daten ist ebenso wichtig wie abends das Werktor abzuschließen," so BSI-Sprecher Michael Dickopf gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

Viele Unternehmen und Behörden verträten die Ansicht, eine Firewall biete ausreichenden Schutz gegen Eindringlinge. Eine solche elektronische Schutzwand erfüllt laut Dickkopf ihren Zweck aber nur, solange sie technisch auf dem neuesten Stand ist - so wie auch Virenschutzprogramme nur in der aktuellen Version wirksam seien. Und wer Daten via Internet austausche, solle sie am besten immer verschlüsseln. Vor allem Forschungsergebnisse sollten unbedingt gesichert werden. Andernfalls bestehe die Gefahr, dass Konkurrenten sie aus dem Computer entwendeten oder Hacker sie zerstörten. Die Betriebe müssten die Datensicherheit als Kostenfaktor akzeptieren. (PC-WELT, 22.05.2000, dpa/ sp/ kk)

Neuer Wurm: Gefährlicher als Liebesvirus (PC-WELT Online, 19.5.2000)

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