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New York zerrt Spyware-Unternehmen vor Gericht

29.04.2005 | 13:14 Uhr |

Der Fall gilt als einer der ersten seiner Art - der US-Bundesstaat hat Klage gegen eine Firma wegen ihrer Spy- und Adware-Praktiken eingereicht.

Der US-Bundesstaat New York zieht gegen Spy- und Adware ins Feld: Der zuständige Generalstaatsanwalt des Bundesstaates, Eliot Spitzer, erhob jetzt gegen Intermix Media Inc Klage. Die in Los-Angeles ansässige Firma bot kostenlose Software an, die mit Komponenten bestückt war, die als "invasive" gelten, also in die Privatsphäre eingreifen. Der eigentliche Knackpunkt in dem vorliegendem Fall ist, dass das Unternehmen Anwender bei der Installation der Software in keinerlei Weise über die zusätzlichen Komponenten informiert. Intermix hat also gegen die "deceptive practices statutes" verstoßen.

Der Klageschrift gingen laut Justin Brookman, dem Stellvertreter von Eliot Spitzer, monatelange Ermittlungen voraus, in deren Rahmen auch spezielle Computer aufgesetzt wurden, um Downloads von den von Intermix betriebenen Websites zu tätigen und zu analysieren. Insgesamt mehr als 40 Web-Seiten, etwa mycoolscreen.com, cursorzone.com and flowgo.com, werden den Ermittlungen zufolge von Intermix betrieben.

Die Palette der kostenlos angebotenen Software reicht dabei von Bildschirmschonern über Spiele bis hin zu speziellen Mauszeigern und anderen kleinen Tools. Die an Bord befindliche Spy- und Adware indes erzeugt Pop-ups und lenkt Browser auf andere Web-Seiten um, namentlich handelt es sich unter anderem um "Keenvalue" oder "Incredifind".

Die Verstöße könnten für Intermix Media recht teuer werden. Die Generalstaatsanwalt des Bundesstaates hat berechnet, dass auf Anwender in New York rund 3,7 Millionen Downloads entfielen. Jeder Verstoß kann mit einer Geldbuße in Höhe von 500 Dollar geahndet werden, wodurch unterm Strich eine Summe von 1,85 Milliarden Dollar zu Stande kommen kann.

Intermix war für ein Interview mit unseren Kollegen vom IDG-News-Service nicht erreichbar. Das Unternehmen ließ in einer allgemeinen Stellungnahme verlauten, dass es Spyware weder fördert noch stillschweigend dulden würde. Christopher Lipp, Senior Vice President bei Intermix, gab an, dass die Praktiken unter einer früheren Geschäftsführung entstanden seien und Intermix aus eigener Initiative, Applikationen verbessert sowie die Angabepflicht gegenüber Anwendern erweitert habe. Aus Vorsicht habe man auf freiwilliger Basis mit der Verbreitung fraglicher Anwendungen schon gegen Anfang des Monats aufgehört. Das Unternehmen hofft nun darauf, die Gespräche mit der New Yorker Generalstaatsanwalt fortzusetzen und eine angemessene Lösung zu finden.

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