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Nokia ist ein bürokratisches Monster

27.09.2010 | 13:23 Uhr |

Nokia stehe vor einer Herkulesaufgabe, berichtet die New York Times. Der finnische Konzern sei ein "bürokratisches Monster", in dem sich nur schwer Reformen verwirklichen ließen.

Seit 21. September hat der Kanadier Stephen Elop als erster Nicht-Finne die Leitung von Nokia übernommen. Der Neue soll den Handyhersteller wieder aus der Krise führen. Doch vor ihm steht eine Herkulesaufgabe, berichtet die New York Times. Der finnische Konzern ist ein "bürokratisches Monster", zitiert die Zeitung ehemalige Mitarbeiter. Durch den frühen Erfolg sei das Unternehmen aufgebläht, selbstzufrieden und unbeweglich geworden. Viele Ideen würden Opfer interner Machtkämpfe, als unbedeutend für einen Marktführer abgetan oder aus Angst vor Kosten und Risiken nicht weiter verfolgt.

So hätte das Entwickler-Team bei Nokia bereits 2004, drei Jahre vor der Vorstellung des ersten iPhone durch Apple, den Prototypen eines internetfähigen Gerätes mit großem Touchscreen dem Management gezeigt. Ebenfalls 2004 wollte die Software-Entwicklungsabteilung eine zentrale Download-Plattform für Zusatzprogramme auf die Beine stellen. Doch die Führungsriege stoppte in beiden Fällen die Entwicklung aus Kostengründen, so die Zeitung. Die Idee setzte Apple schließlich 2008 für das iPhone um und legte damit den Grundstein für den anhaltenden außergewöhnlichen Erfolg seines Smartphones.

Auch am Entwicklungsstillstand bei Symbian sei das Management Schuld, so die Times. "Wir hätten den kompletten Systemcode mehrfach neu schreiben können", zitiert sie Kai Nyman, den ehemaligen Leiter der Abteilung, die für die Optimierung von Symbian zuständig war. "Wir hatten die Zeit, die Ressourcen und die Leute. Aber wir taten es nicht", erklärte er der Zeitung. Sein Team hätte zwischen 2001 und 2009 über 500 Verbesserungsvorschläge eingereicht, doch nicht einer sei genemigt worden.

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