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Neverending Story: Rechtliche Schritte gegen Sonys XCP

08.11.2005 | 13:55 Uhr |

Derzeit vergeht anscheinend kein Tag ohne Meldungen zu Sonys kontroversem Kopierschutz XCP. So sollen diesbezüglich in Italien Untersuchungen eingeleitet werden, und Computer Associates hat die Software als Spyware klassifiziert.

Die Zeichen in Zusammenhang mit Sonys Kopierschutztechnik XCP stehen weiter auf Sturm. Nach Problemen mit dem Patch, heimlichen Verbindungen zu Sony-Servern ( wir berichteten ) und der Ausnutzunge des Rootkits, um bei World of Warcraft cheaten zu können ( wir berichteten ) droht nun Ungemach aus Italien. Dort hat die ALCEI-EFI (Association for Freedom in Electronic Interactive Communications - Electronic Frontiers Italy) Klage gegen die Software eingereicht. Dies melden unsere Kollegen des IDG News Service. Die zuständige Abteilung für Cyber-Kriminalität der Polizei soll die Angelegenheit nun untersuchen.

In der Klage wird Sony vorgeworfen, dass XCP eine Reihe italienischer PC-Sicherheits-Gesetze verletze, da die Technologie die Systeme der Anwender beschädige und sich wie eine bösartige Software verhalte, so Andrea Monti, Vorsitzender der ALCEI-EFI. "Was Sony getan hat, erfüllt unter italienischen Gesetzen den Tatbestand einer kriminellen Handlung", so Monti. Sollte die Polizei zu dem Ergebnis kommen, dass ein Verbrechen begangen wurde, müsste die Staatsanwaltschaft weiter vorgehen, so Monti.

Mittlerweile interessieren sich aber auch Antiviren-Hersteller für die Software. So hat Computer Associates (CA) XCP bereits als Spyware klassifiziert. In Kürze wird somit Pestpatrol die Software von PCs entfernen (sofern die Anwender dem zustimmen), erklärte Sam Curry, Vizepräsident beim Etrust Security Management von CA. "Wir haben eine Wertungsliste, auf der 22 Punkte aufgeführt sind, die wir abarbeiten, wenn wir untersuchen, wie sich eine Software verhält. In diesem Fall ist XCP durchgefallen", so Curry.

Auch eine Begründung liefert Curry gleich mit. Demnach installiere sich die Software ohne ausreichende Informationen darüber, was sie auf dem PC anstellt, sie sei zu schwer zu deinstallieren und es gäbe anscheinend Kontaktaufnahmen zu Sony-Servern, so Curry. Auch der Patch, der die durch die Rootkit-Technik verursachte Maskierung der Software aufhebt, fiel bei CA durch und wurde ebenfalls als Spyware klassifiziert. "Unglücklicherweise fiel der Patch ebenfalls durch. Er informiert ebenfalls nicht darüber, was er macht, und er kann einen Absturz des Systems verursachen", so Curry. Am 12. November soll Pestpatrol mit den Signaturen der Sony-Software aktualisiert werden.

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