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Neues Gesetz beim Online-Shopping - das müssen Sie wissen

13.06.2014 | 11:04 Uhr |

Ab sofort müssen Sie ab einem Warenwert von 40 Euro die Portokosten beim Zurückschicken nach Widerruf selbst zahlen. Einige Online-Händler haben aber bereits angekündigt, darauf zu verzichten.

Wer ab sofort online einkauft - sei es bei Amazon, C&A oder einem anderen Versandhaus - bekommt ein zweiwöchiges Rückgaberecht per Gesetz zugesichert, und zwar europaweit. In Österreich beispielsweise galt bislang ein siebentägiges Rückgaberecht. Doch ab sofort können die Händler die Versandkosten für die Rücksendung bei Widerruf den Kunden aufbürden, zumindest ab einem Warenwert von 40 Euro. Einige große Versandhändler wie Zalando, Otto und Amazon haben aber bereits angekündigt, diese Kosten derzeit nicht in Rechnung stellen zu wollen, berichtet die Rheinische Post .

Wer binnen 14 Tagen seine gekaufte Ware zurückgehen lässt, muss seinen Widerruf telefonisch oder schriftlich erklären (Zum Beispiel so: "Hiermit widerrufe ich den von mir getätigten Einkauf vom 13.06.2014 der Waren xy. Meine Bestellnummer ist 1234; meine Kundennummer ist 123. Ich bitte um Rückerstattung des Kaufpreises in Höhe von xy Euro auf folgendes Konto: ...."). Eine Begründung ("Die Klamotten passen mir nicht.") müssen Sie aber nicht abliefern.

Ferner sind die Händler nun dazu verpflichtet, genaue Informationen über den Gesamtpreis, die bestellten Waren und die Kontaktdaten anzugeben. Kostenpflichtige Zusatzleistungen - etwa Reiseversicherungen beim Urlaub-Buchen - dürfen nicht bereits per Häkchen ausgewählt sein. Das beschloss die EU vor bereits rund zwei Jahren. Stichtag ist aber der 13.06.2014, ab dem der Beschluss gilt.

Ob Amazon, Zalando und Otto auch in einem Jahr noch bei der kulanten Porto-Befreiung bei Rücksendung nach Widerruf bleiben, muss man abwarten. Unklar ist auch, wie viele Händler das so handhaben werden. Schauen Sie im Zweifel unbedingt vor dem Kauf in die AGB des Anbieters. Gerade kleinere Häuser können die entstehenden Kosten vielleicht nicht auf andere Bereiche umverteilen und das Gesetz könnte so eine Stärkung der Großen begünstigen - da deren Porto-Befreiung ein Argument für viele Kunden darstellten könnte.

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