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Neues Zensurgesetz fürs Internet

03.03.2001 | 23:34 Uhr |

In Australien soll in Zukunft die Polizei entscheiden dürfen, welche Inhalte für Jugendliche geeignet und welche es nicht sind. Dies sieht eine neue Gesetzesvorlage vor.

Australien tobt. Der Grund: Das Parlament einer südaustralischen Provinz treibt die Vorlage für ein Internet-Zensur-Gesetz voran, das jede im Internet verbreitete Nachricht für strafbar erklärt, wenn diese für Jugendliche anstößig sein könnte. Die Entscheidung darüber, was anstößig ist und was nicht soll die Polizei treffen. Den "Übeltätern" drohen Geldstrafen bis zu 10.000 Dollar.

Das Gedankenmodell, das hinter der Gesetzesvorlage steht, sieht folgendermaßen aus: Da Kinder jederzeit Zugang zum Internet bekommen können, muss eben der gesamte Inhalt des Internets jugendkonform sein.

Die Kontrolle des von Internet Service Providern angebotenen Inhalts soll durch das "Office of Film and Literature Classification (OFLC)" erfolgen. Wird gegen einen bestimmten Inhalt Anzeige erstattet, soll die Polizei das Recht haben, sofort mit Ermittlungen beginnen zu dürfen. Hierzu muss keine neutrale Begutachtungsstelle hinzugezogen werden.

Es wird erwartet, dass dieses Gesetz auch in allen anderen australischen Staaten eingeführt wird. (PC-WELT, 03.03.2001, hc)

Censor Bill gets R rating

Internet unkontrollierbar (PC-WELT Online, 01.03.2001)

Netzfilter oft wirkungslos (PC-WELT Online, 16.02.2001)

US-Zensur auf deutschen Seiten (PC-WELT Online, 08.12.2000)

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