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Aerophone ermöglicht Handytelefonate im Flieger

01.02.2008 | 10:32 Uhr |

Das israelische Unternehmen Aerophone hat ein System entwickelt, das Telefonate mit einem herkömmlichen Handy aus dem Flugzeug erlaubt.

Das System nutzt Picozellen und die Telekommunikations-Satelliten in der Erdumlaufbahn. Installation und Betrieb sollen für die Fluggesellschaften kostenlos sein, das Unternehmen erhofft sich die Refinanzierung durch Beteiligungen an den Einnahmen der Netzbetreiber.

Das israelische Unternehmen Aerophone Ltd. hat ein System entwickelt, mit dem unabhängig von GSM-Bodenstationen Handy-Gespräche aus dem Flugzeug geführt werden können. Laut Henry Shabat, CEO von Aerophone, unterstützt das System alle vier GSM-Bänder (850/900/1800/1900 MHz) und erfordert von Passagieren weder eine vorherige schriftliche Anmeldung noch benötigt es ein besonderes Abrechnungsverfahren. Die Verbindungskosten von 1,60 US-Dollar (rund 1,10 Euro) pro Minute werden über die normale Handy-Rechnung erfasst.

Das System nutzt im Gegensatz zu bereits vorgestellten Lösungen die Telekommunikations-Satelliten. Eine in der Nähe des Passagiers platzierte Miniatur-GSM-Station, eine sogenannte Picozelle, empfängt die Signale des Handys und schickt sie an die Satelliten von Iridium, Immarsat und Co. weiter. Da sich die Empfangstation in unmittelbarer Nähe der Passagiere befindet, reduziert sich die elektromagnetische Strahlung der Handys automatisch auf ein Minimum. Eine Störung der Bordelektronik kann nach Angabe des Unternehmens ausgeschlossen werden.

Bei kleinen Flugzeugen erfolgt die Übergabe der Handy-Gespräche vom Flugzeug aus an das Satelliten-Telefonsystem. Die in erdnahen Umlaufbahnen kreisenden Trabanten können dabei bis zu 24 Gespräche gleichzeitig an erdgebundene Telefonnetze weitergeben. In größeren Maschinen wird zusätzlich ein Transceiver für das Ku-Band (10,7 bis 17,8 GHz) eingesetzt, dann sind bis zu 96 gleichzeitige Gespräche möglich. Die Bandbreite ist jedoch begrenzt und erlaubt derzeit lediglich Telefonate und die Kommunikation über Kurznachrichten.

Sollten die Fluggesellschaften ihre Bedenken bezüglich der Geräuschkulisse und dadurch gestörter Passagiere fallen lassen, könnte sich das System durchsetzen. Denn Installation und Betrieb der Aerophone-Anlagen ist für sie kostenlos. "Damit wollen wir eine größtmögliche Akzeptanz unseres Systems erreichen", erklärt Aerophone CEO Henry Shabat. Die Refinanzierung der Entwicklungskosten erhofft sich das Unternehmen durch Anteile am Umsatz der Telefongesellschaften.

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