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Neues Service Pack für Exchange 2000 hat noch gravierende Bugs

29.06.2001 | 12:52 Uhr |

Microsoft hat vor wenigen Stunden das erste Service Pack (SP1) für Exchange 2000 Server freigegeben. Es enthält viele Bugfixes und die Version 2.0 der Anti-Virus-Scanning API. In ersten Tests der PC-WELT stellten wir jedoch erhebliche Mängel in der neuen Schnittstelle fest.

Microsoft hat vor wenigen Stunden das erste Service Pack (SP1) für Exchange 2000 Server freigegeben. Die auffälligste Neuerung neben vielen Bugfixes ist die Anti-Virus-Scanning API (AVAPI), die jetzt in der Version 2.0 vorliegt. Bislang mussten Virenscanner, die auf die AVAPI 1.0 setzten, mit vielen Einschränkungen unter dem Vorgänger Exchange 5.5 und der aktuellen 2000er Version leben.

So war es zum Beispiel nur möglich, auf einen Mail-Anhang zuzugreifen, diesen zu untersuchen und ihn gegebenenfalls zu reinigen. Löschen konnte man ihn nicht, sondern er musste durch eine andere Datei ersetzt werden. Eine automatische Benachrichtigung des Empfängers war ebenso wenig möglich wie die des Administrators oder des Absenders. Diese Mängel sind nun behoben.

Einige Hersteller wie Network Associates, Panda Software, Symantec und Trend Micro haben bereits entsprechende Updates für ihre Virenscanner angekündigt, die AVAPI 2.0 unterstützen.

In ersten Tests stellten wir jedoch erhebliche Mängel in der AVAPI 2.0 fest. Wir simulierten dazu einen regen Mail-Verkehr mit vielen Anhängen. Die Mails wurden dabei von einem Linux-System zum Exchange-Server versandt. Dabei fanden wir heraus, dass bei jedem Scan-Vorgang der Speicherbedarf des Servers steigt. Hier scheint das System immer wieder Speicher zu belegen, diesen aber nicht mehr freizugeben.

Pro Tag summierten sich diese "Speicherlöcher" (Memory Leaks) auf etwa ein halbes Megabyte. Bei hoher Last könnte auch gut das Doppelte oder Dreifache an Speicher auf diese Art unbrauchbar werden - pro Woche also bis zu 20 MB. Selbst auf üppig ausgestatteten Systemen kann es da im Lauf der Zeit zu Problemen kommen.

Dieses Phänomen trat bei allen von der PC-WELT getesteten Anti-Viren-Produkten auf. Es scheint sich also um ein Problem des Exchange-Servers zu handeln. Auch unter der Vorgängerversion Exchange 5.5 verlief die Einführung der AVAPI mit dem Service Pack 3 nicht reibungslos: Erst durch einzuspielende Hotfixes war das System vernünftig zum Laufen zu bekommen.

Bleibt zu hoffen, dass Microsoft das Problem schnell behebt. Ansonsten müssten Administratoren ihr System etwa zwei Mal pro Monat neu starten, damit der Server nicht irgendwann wegen Speichermangels seinen Dienst quittiert.

Zur Installation des Service Pack (SP1) für Exchange 2000 ist es nötig, Windows 2000 vorher auf Service Pack 2 zu aktualisieren (107 MB Download). Anschließend kann das in mehrere Teile aufgeteilte, 200 MB schwere Service Pack 1 für Exchange entpackt und dann installiert werden.

Informationen zum Service Pack (SP1) für Exchange 2000

Download des Service Pack (SP1) für Exchange 2000

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