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Google stellt Galaxy Nexus und Android 4.0 vor

19.10.2011 | 10:27 Uhr |

Google und Samsung haben das neue Google-Handy vorgestellt: Das Galaxy Nexus. Es kommt mit einer beeindruckenden Hardwareausstattung wie dem Riesen-Display und neuen Funktionen wie der Gesichtserkennung. Außerdem lüftete Google den Schleier um Android 4.0 Ice Cream Sandwich.

In Hongkong haben Google und Samsung gemeinsam das neue Google-Smartphone Galaxy Nexus und Android 4.0 Ice Cream Sandwich (ICS) vorgestellt. Der Event war wegen des Todes von Apple-Chef Steve Jobs verschoben worden.

Die bisherigen Google-Smartphones mit Android hießen Google Nexus One und Google Nexus S. Lange Zeit wurde darüber spekuliert, dass das nächste Google-Handy, das erste mit Android 4.0 als Betriebssystem, Google Nexus Prime heißen würde. Das stimmt jedoch nicht. Das von Samsung produzierte neue Google-Handy trägt den Namen Galaxy Nexus. Die Nähe zu den eigentlichen Samsung-Smartphones mit Android (wie dem Galaxy S2) ist damit nun auch schon am Namen erkennbar.

Die Ausstattung des Galaxy Nexus kann sich sehen lassen, was aber niemanden überraschen dürfte. Schließlich gilt es dem Apple iPhone 4S Paroli zu bieten.

Das "Curved Design" soll dafür sorgen, dass das große Galaxy Nexus gut in der Hand liegt.
Vergrößern Das "Curved Design" soll dafür sorgen, dass das große Galaxy Nexus gut in der Hand liegt.

Galaxy Nexus mit Riesen-Bildschirm

Das Display besitzt eine Bildschirmdiagonale von 4,65 Zoll mit einer Auflösung von 1280x720 Bildpunkten – das ist derzeit top und schlägt das iPhone 4S. Es handelt sich dabei um ein High-Definition-sAMOLED-Display, Besitzer eines Galaxy Nexus-Smartphones können sich also auf kräftige Farben freuen. Der Bildschirm beziehungsweise das ganze Smartphone ist abgerundet ("Curved Design") und sollte somit trotz seiner enormen Größe gut in der Hand liegen. Zudem ist das Galaxy Nexus nur 8,84 Millimeter dick, die Rückseite soll mit ihrer griffigen Oberfläche besonders rutschfest sein. Samsung hat ganz offensichtlich bei der Haptik dazu gelernt, denn beim ersten Top-Smartphone von Samsung, dem Galaxy S, wurde mitunter die Haptik etwas kritisiert. Physische Tasten besitzt das Galaxy Nexus nicht, die Tasten für Zurück, Home, Suche und Menü sind Teil des Touchscreens und befinden sich am unteren Bildschirmrand.

Der Bildschirm des Galaxy Nexus.
Vergrößern Der Bildschirm des Galaxy Nexus.

Rechenleistung satt

Der Dualcore-Prozessor OMAP4 von Texas Instruments ist mit 1,2 GHz getaktet – somit besitzt das Galaxy Nexus Rechenleistung satt. Ein Gigabyte Arbeitspeicher ist vorhanden, der interne Speicher beträgt 16 GB oder 32 GB, einen Steckplatz für eine microSD-Karte gibt es nicht.

Schnelle Kamera

Das Galaxy Nexus besitzt, wie mittlerweile in dieser Preisklasse üblich, zwei Kameras. Die Frontkamera macht Aufnahmen mit 1,3 Megapixel, die rückwärtige Kamera besitzt eine Auflösung von 5 Megapixel (zum Vergleich das Apple iPhone 4S: 8 MP). Die Auslöseverzögerung soll nicht mehr wahrnehmbar sein. Somit soll die Kamera des Galaxy Nexus absolut Schnappschuss-tauglich sein. Ein fortlaufender Autofokus sorgt dafür, dass die Kamera immer fokussiert und Aufnahmen damit nicht verwackeln. Videos können mit 1080 Pixel aufgenommen werden.

Update 19.10.2011, 15.00 Uhr: Galaxy Nexus gegen iPhone 4S - welches Smartphone ist besser?

LTE oder HSPA+ und NFC

Ins Internet geht es wahlweise mit dem neuen Mobilfunkstandard LTE (ein zumindest theoretischer Vorteil gegenüber dem iPhone 4S) oder mit dem bewährten HSPA+. Die konkrete Ausstattung ist nicht bei allen Galaxy Nexus-Geräten identisch, Samsung will LTE/HSPA+ von der Region abhängig machen, in der das Smartphone verkauft wird.

Außerdem sind Bluetooth 3.0, USB und WLAN nach dem n-Standard mit an Bord. Near Field Communication (NFC) ist ebenfalls wieder vorhanden (wie schon beim Google Nexus S). Allerdings dürfte es für diese Übertragungsform nach wie vor kaum relevante Einsatzszenarien geben. Google demonstrierte wohl auch deshalb, wie man mit Hilfe von NFC Links zwischen Android-Geräten austauschen kann.

Die üblichen Sensoren sind eingebaut. Ein integriertes Barometer gehört ebenfalls zur Ausstattung, ebenso ein Gyroskop.

Android 4.0

Als Betriebssystem kommt Android 4.0 Ice Cream Sandwich zum Einsatz. Mit Android 4.0 führt Google die bisher getrennten Android-Zweige für Smartphones (Android 2.3x) und Tablet-PCs (Android 3.x) zusammen.

Android 4.0: Alle Fakten und Gerüchte

Google hat den Home Screen von Android grundlegend überarbeitet. Nun sind auch skalierbare Widgets möglich. Die bequeme Multitasking-Funktion mit dem Multitasking-Button wurde von Android 3 für Android 4 übernommen. Nicht mehr benötigte Anwendungen lassen sich in Android 4.0 einfach dadurch schließen, dass man ihr Icon vom Bildschirm wegwischt – die Anleihe bei HPs WebOS ist hier offensichtlich.

Die Spracherkennung hat Google ebenfalls verbessert und vor allem auch beschleunigt. Gesprochene Worte sollen nun nahezu in Echtzeit in geschriebenen Text umgewandelt werde. Das erleichtert den Versand von SMS und Mails ungemein.

Screenshots lassen sich mit Android 4 nun ebenfalls leicht erstellen. Google beseitigt damit eine ärgerliche Schwäche von Google Android, das standardmäßig keine Screenshot-Funktion zur Verfügung stellte. Nur wenn der Hersteller eines Android-Gerätes eine Screenshot-Funktion in seine Oberfläche integriert, kann man bisher bequem Screenshots erstellen. Das klappt beispielsweise bei Samsung-Geräten mit Touchwiz-Oberfläche. Im Samsung Galaxy Tab 10.1 ist sogar eine eigene virtuelle Taste für das Erstellen von Screenshots vorhanden.

Android 4.0 besitzt Gesichtserkennung

Ebenso nützlich wie originell ist die Gesichtserkennung von Android 4.0. Künftig kann man sich bei einem Android 4.0-Gerät anmelden, indem man in die Frontkamera schaut. Das OS erkennt, ob es sich um den registrierten Besitzer handelt und entsperrt daraufhin das Smartphone. Damit entfällt die PIN-Eingabe beziehungsweise der Schutz durch ein Bild-Muster. Derzeit scheint diese Gesichtserkennung aber noch nicht hundertprozentig zu funktionieren, denn bei der Vorführung durch Google und Samsung gab es damit Probleme. Möglicherweise hängt die Erkennungsquote von den Lichtverhältnissen ab.

Das Foto-Galerien-Programm wurde um Bildbearbeitungsfunktionen und Filter erweitert, so dass man Aufnahmen sofort optimieren kann. Der Googlemail-Client bekam eine neue Benutzeroberfläche verpasst, außerdem überarbeitete Google das Adressbuch. Mit einem neuen Tool kann der Anwender zudem seinen Daten-Traffic überwachen.

Wichtig für App-Entwickler: Google wird das SDK für Android 4.0 umgehend zum Download bereitstellen. Ob und für welche bereits erhältlichen Geräte Android 4.0 als Update bereitgestellt werden wird, wurde bei der Vorstellung nicht gesagt.

Den Verkaufspreis für das Galaxy Nexus nannten Google und Samsung noch nicht. Es soll ab November in den USA, Europa und in Asien erhältlich sein.

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