64800

Neues ERP-System Greenax belastet SoftM-Bilanz

17.08.2006 | 13:02 Uhr |

Die Aufwendungen für die Einführung des neuen ERP-Systems "Greenax" haben SoftM in ersten Halbjahr 2006 leicht rückläufige Einnahmen und höhere Verluste beschert.

Der Enterprise-Resouce-Planning-Anbieter (ERP) SoftM hat im ersten Halbjahr 2006 rund 35,3 Millionen Euro eingenommen. Damit liegt der Umsatz leicht unter dem Niveau des vergleichbaren Vorjahreszeitraums (35,6 Millionen Euro). Das operative Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) betrug in den ersten sechs Monaten des Jahres 1,5 Millionen Euro nach 1,9 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2005. Unter dem Strich verzeichneten die Münchner ein Defizit in Höhe von 0,6 Millionen Euro. Ein Jahr zuvor stand ein Verlust von 0,3 Millionen Euro zu Buche.

Trotz der rückläufigen Einnahmen und dem höheren Verlust können die SoftM-Verantwortlichen auch Lichtblicke in ihrer Bilanz erkennen. So verbesserte sich der Umsatz im Geschäftsbereich Standardsoftware im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 15 Prozent von 7,3 auf 8,4 Millionen Euro. Allerdings geht dieses Wachstum nicht allein auf das Konto der SoftM-Lösungen. Maßgeblich dazu beigetragen hat auch die im Sommer 2005 übernommene Solitas Informatik AG.

Rückläufig entwickelten sich dagegen die Beratungseinnahmen. In diesem Geschäftsbereich verbuchte SoftM in den ersten sechs Monaten des Jahres Einnahmen in Höhe von 9,8 Millionen Euro, eine Million Euro weniger als im vorangegangenen Jahr. Das Management der Münchner führt die rückläufigen Beratungsumsätze in erster Linie darauf zurück, dass viele Berater für die neue ERP-Software Greenax ausgebildet wurden und während dieser Zeit nichts zum Umsatz beitragen konnten (siehe auch: SoftM baut mit Bison neues ERP-Produkt ).

Auch die Geschäfte im Bereich Systemintegration liefen im ersten Halbjahr 2006 schlechter als im Vorjahr. Nach 17,5 Millionen Euro in den ersten sechs Monaten 2005 standen Ende Juni dieses Jahres an gleicher Stelle 17,1 Millionen Euro zu Buche.

"Das erste Halbjahr war ganz erheblich durch die Marketing-Aufwendungen sowie die Ausbildungsmaßnahmen für die Markteinführung der neuen ERP-Software Greenax belastet", hieß es in einer offiziellen Mitteilung des Softwareherstellers. Ohne diese Aufwendungen wäre das Ergebnis wesentlich besser ausgefallen. Trotz der Zusatzkosten geht der Vorstand rund um Geschäftsführer Hannes Merten davon aus, die selbstgesteckten Ziele für das laufende Jahr zu erreichen. Die Münchner wollen 2006 die Zahlen auf dem Niveau des Vorjahrs stabilisieren. 2005 hatte SoftM 80,6 Millionen Euro eingenommen und einen Gewinn von 1,1 Millionen Euro ausgewiesen. (ba)

0 Kommentare zu diesem Artikel
64800