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Neues "Boss Alarm" ohne Online-Prüfung

16.06.2000 | 16:14 Uhr |

In der Boss-Alarm-Version 2 werden keine Daten mehr vom Nutzern an den Server der Hersteller-Firma gesendet. Damit zieht die Herstellerfirma Konsequenzen aus den heftigen Reaktionen, die ein PC-WELT-Bericht über den eingebauten Cracker-Schutz ausgelöst hatte.

Der Hersteller von "Boss Alarm" bringt voraussichtlich Mitte Juli eine neue Version des Programms für heimliches Surfen im Netz heraus. Damit reagiert die Firma it-Brainwaves auf die teils heftigen Diskussionen, die Meldungen der PC-WELT über die Vorgehensweise des Programms ausgelöst haben.

In der ursprünglichen Version überträgt Boss-Alarm den Registrierungsschlüssel an den Hersteller-Server, der dadurch auch feststellen kann, ob eine gecrackte Version genutzt wird. Beim Anwender erscheint dann der Vorwurf "Lizenzverstoß" auf dem Bildschirm. Der User wird aufgefordert, sich sofort registrieren zu lassen und eine Schadensersatzpauschale in Höhe von 50 Euro zu zahlen. Um der Androhung Nachdruck zu verleihen, wird zusätzlich die IP-Adresse des Anwenders angezeigt.

Auslöser für das jetzige Umdenken war laut it-Brainwaves vor allem das Argument von Jürgen Schlottke, dem verantwortlichen Betreiber von SAVE, einer Vereinigung von Shareware-Autoren in Deutschland. Dieser hatte im PC-WELT-Forum darauf hingewiesen, dass eine solche Vorgehensweise zum Nachteil für die Anwender sei, wenn die Herstellerfirma mal pleite ginge.

Künftig wird die Shareware-Version keine Freischalt-Option mehr enthalten und damit auch für Cracker uninteressant sein. Entschließt sich ein Kunde zum Kauf der Vollversion, so erhält er das Installationsprogramm für die Vollversion. Diese hat einen eingebauten Kopierschutz, der jedoch nur auf dem jeweiligen Rechner wirksam ist, ohne dass eine Online-Überprüfung erfolgt.

"Wir wollen mit Boss-Alarm Geld verdienen und eine mit falschen Spekulationen gespickte Diskussion ist dem nicht gerade zuträglich", so Heinrich Heintzmann, Geschäftsführer von it-Brainwaves. Deshalb habe man sich für ein neues Konzept eines wirkungsvollen Kopier- und Crackschutzes entschieden.

"Wir wollen mit ehrlichen Registrierungen und zufriedenen Anwendern unser Geld verdienen, anstatt von Anwendern eines Cracks die Registrierungsgebühr einschließlich der Schadensersatzpauschale einzufordern, die bei weitem nicht die internen Kosten deckt", betont der Geschäftsführer von it-Brainwaves Heintzmann gegenüber der PC-WELT.

Die neue Version soll in den nächsten Wochen erscheinen. Registrierte Anwender erhalten ein kostenloses Update. Der Preis für die neue Version wird außerdem auf 29 Mark statt bisher 48 Mark gesenkt. (PC-WELT, 16.06.2000, pk)

Angriff auf Cracker schlägt Wellen (PC-WELT Online, 15.6.2000)

Cracker unter Druck (PC-WELT Online, 14.6.2000)

Shareware Tipp: Browser-Spuren tilgen (PC-WELT Online, 08.03.2000)

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