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Neuer Hackangriff auf deutsche Parteien

21.09.2016 | 14:20 Uhr |

Die Bundesregierung ist alarmiert. Erneut gab es eine größere Hackerattacke auf Rechner deutscher Parteien.

Zwischen dem 15. und 24. August haben Politiker und Mitarbeiter deutscher Parteien eine Mail erhalten, die angeblich vom NATO-Hauptquartier stammt und den Link enthielt, der zu einer Spähsoftware führte. Das berichtet der Rechercheverbund der Süddeutschen Zeitung, NDR und WDR. Demnach würden die Sicherheitsexperten der Bundesregierung den Vorfall sehr ernst nehmen. Befürchtet werde, dass angesichts der Bundestagswahl im kommenden Jahr "eine ausländische Macht" versuche, Geheimnisse aus der deutschen Politik auszuspähen.

Den Recherchen zufolge wurden bei dem Hackerangriff nicht nur die Fraktionen des Bundestags attackiert, sondern auch Rechner diverser Parteien. Darunter die der Jungen Union, der CDU im Saarland und der Bundesgeschäftsstelle der Linken. Die betreffende Mail enthielt als Absender die Mail-Adresse hq.nato.int. In der Mail bot ein NATO-Mitarbeiter Informationen über das Erdbeben in Italien oder den Militärputsch in der Türkei an. Der in der Mail enthaltene Link führte zu einem Server, über den eine Spionagesoftware abrufbar war.

Der Hackerangriff sei am 7. September der NATO und dem Bundesnachrichtendienst aufgefallen, die daraufhin das Nationale Cyber-Abwehrzentrum alarmierten. Dort wurde der Fall so ernst genommen, dass am 9. September der Chef des BSI die Fraktionen im Bundestag darüber informierte.

In 2015 gab es ebenfalls einen Hackerangriff auf den Bundestag, aufgrund dessen alle Rechner vom Netz genommen werden mussten. Erst im August 2015 wurde die Säuberung der Bundestagsrechner abgeschlossen.

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