Neueinsteiger

Myanmar Spitze bei Online-Angriffen

Donnerstag den 28.07.2011 um 15:49 Uhr

von Frank Ziemann

Das in Sachen Internet nicht gerade als die Speerspitze der Entwicklung geltende Myanmar hat im ersten Quartal 2011 mehr aggressiven Datenverkehr produziert als die üblichen Verdächtigen. Wie kann das sein?
Myanmar ist ein Land, in dem seit 1962 eine Militär-Junta ein totalitäres Regime führt und in dem nur ein kleiner Teil der Menschen überhaupt Zugang zum Internet hat. Und doch hat es das frühere Birma (oder auch Burma) in diesem Jahr an die Spitze einer Statistik zur Internet-Nutzung geschafft, auch wenn das nicht unbedingt eine positive Nachricht ist.

Der Internet-Dienstleister Akamai hat seinen Bericht "State of the Internet" ("Soti") für das erste Quartal 2011 veröffentlicht. Demnach hat Myanmar, das erstmals überhaupt in der Statistik auftaucht, 13 Prozent des weltweit durch Online-Angriffe verursachten Datenverkehrs erzeugt. Erst auf dem zweiten Platz folgen die USA mit zehn Prozent vor Taiwan mit 9,1 Prozent. Deutschland liegt mit 2,1 Prozent knapp außerhalb der Top 10. Bezogen auf aggressiven Datenverkehr aus Mobilfunknetzen behauptet Italien mit einem Anteil von 25 Prozent weiterhin seine Spitzenposition.

Angriffsziele nach Ports
Vergrößern Angriffsziele nach Ports
© Akamai

Die aus Myanmar stammenden Angriffspakete im Februar und März waren laut Akamai DoS-Attacken auf lediglich 25 Internet-Anschlüsse. Etwa die Hälfte waren Angriffe über den Port 80, auf dem die meisten Web-Server zu erreichen sind. Wessen Server angegriffen wurden, gibt Akamai nicht an. Bereits im Herbst 2010 gab es massive DoS-Angriffe auf Server der birmesischen Regierung, durch die das Land für ein paar Tage praktisch offline war.

Auch wenn Sie den Namen Akamai nicht kennen, nutzen Sie die Dienste des Unternehmens doch fast immer, wenn Sie ins Web gehen. Nach Angaben des Unternehmens laufen zu jedem Zeitpunkt 15 bis 30 Prozent des gesamten Web-Datenverkehrs über die Akamai-Infrastruktur.

Donnerstag den 28.07.2011 um 15:49 Uhr

von Frank Ziemann

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