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Neue Razzien: Polizei schließt illegale E-Book-Plattformen

12.12.2014 | 09:55 Uhr |

Erneut gehen deutsche Ermittler gegen Raubkopien vor. Dieses Mal trifft es eine illegale E-Book-Download-Plattform.

Ermittler haben in dieser Woche aufgrund von Durchsuchungsbeschlüssen der Staatsanwaltschaft München die illegalen E-Book-Download-Plattformen Ebookspender.me und Spiegelbest.me geschlossen. Das berichtet Spiegel Online. Die 45 Durchsuchungen fanden in ganz Deutschland statt. Betroffen waren nicht nur 30 Moderatoren der Seiten, sondern auch 15 Nutzer.

Über die beiden Portale waren llegal E-Books zum Download angeboten worden. Die Mitglieder der Portale erhielten gegen eine Mitgliedsgebühr von 5 Euro pro Monat den Zugriff auf über 50.000 E-Books, darunter aktuelle Bestseller großer Verlagshäuser. Zuletzt seien über 1,5 Millionen Ebooks pro Monat illegal heruntergeladen.

Die Betreiber der Seiten verdienten dabei einiges an Geld. Ihnen wird nun nicht nur die gewerbsmäßige Verbreitung von urheberrechtlich geschützten Werken vorgeworfen, sondern auch Steuerhinterziehung in einem einem besonders schweren Fall.

Die Kölner Medienrechtskanzlei Wilde Beuger Solmecke meldet in ihrem Blog, dass sich ein Durchsuchungsbeschluss auch gegen den Betreiber eines sogenannten TOR Exit-Nodes gerichtet habe. Dieser weist auf selbstauskunft.net aber darauf hin, dass der Beschluss nicht mit dem Betrieb des Tor-Servers zusammenhing. Viel mehr werde gegen einen Angestellten ermittelt, der bei Ebookspender.me und Spiegelbest.me mitgeholfen haben soll. Der beschuldigte Mitarbeiter weise aber jegliche Vorwürfe zurück.

"Aus unserer Sicht ist ein solches Vorgehen gegen die Nutzer einmalig. Bislang wurden ausschließlich die Betreiber solcher Plattformen belangt", so Rechtsanwalt Christian Solmecke in seinem Blog-Eintrag. In den Durchsuchungsbeschlüssen werde aber betont, dass die betroffenen Nutzer selbst im Verdacht stünden, Downloads aktiv öffentlich zugänglich gemacht zu haben. "Erste betroffene Nutzer haben uns jedoch mitgeteilt, dass sie sich die E-Books ausschließlich heruntergeladen haben", so Solmecke und weiter: "Das verwundert, da sich die Medienindustrie in der Vergangenheit – zumindest abseits der Filesharing-Abmahnungen – eher auf die 'dicken Fische' konzentriert hat. Ob nun auch im größeren Stil gegen 'normale' Downloader vorgegangen werden soll, ist derzeit noch nicht bekannt."

Ebenfalls unklar ist bisher, wie die Ermittler an die IP-Adressen der Nutzer gelangten. Ein Verdacht: Der neue Fall könnte mit der Schließung von Boerse.bz im November zusammenhängen. Das verneint allerdings die Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU), die den Fall Boerse.bz angestoßen hatte.

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