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Neue Intel-Atom-CPUs sollen 3x schneller sein und 5x weniger Strom brauchen

07.05.2013 | 11:19 Uhr |

Intel will mit aller Macht auf dem umkämpften Tablet- und Smartphone-CPU-Markt Fuß fassen. Die neue Atom-Architektur Silvermont soll's richten. Sie soll 3x schneller sein und viel weniger Strom brauchen.

Unter dem Codenamen "Silvermont" hat Intel seine sparsamen Atom-CPUs kräftig überarbeitet. Zum ersten Mal, berichten unsere Kollegen aus den USA, fertigt Intel die Chips im 22-Nanometer-Verfahren. Intel verspricht: Silvermont soll dreimal so schnell sein und fünfmal weniger Strom brauchen. Das Design sei im Gegensatz zum letzten Atom-Update ein völlig neues.

Darum braucht Intel eine neue Atom-CPU

Die noch aktuelle Atom-Architektur basiert auf der fünf Jahre alten Bonnell-Architektur und wurde erst 2012 von 45 Nanometer auf 32 verkleinert. Das Ergebnis ist die derzeit verwendete Saltwell-Plattform. Doch Saltwell unterscheidet sich nicht fundamental von Bonnell. Intel tut sich auch zunehmend schwerer mit der alten Plattform gegen die Konkurrenz zu bestehen. Vor allem im Smartphone- und Tablet-Bereich vermag der CPU-Gigant kaum Fuß zu fassen. Hier dominieren Nvidia mit Tegra, Qualcomm mit Snapdragon und Samsung mit Exynos.

Video: Intel kündigt schnellere Atom-CPUs an

Intel Atom Silvermont: Bis zu acht Kerne

Silvermont-CPUs sollen viele Features der höherpreisigen Core-Serie haben, verspricht Intel. Außerdem soll es Silvermont-Chips mit bis zu acht CPU-Kernen geben. Die Architektur will man bei Intel übrigens jährlich mit einem Update versehen. Die erste Generation soll sich mindestens in vier Bereiche aufteilen und nach Anwendungszweck unterscheiden:

  • Bay Trail
    geringe Rechenkraft, Quadcore, gedacht für Tablets in der für den Verkauf wichtigen Vorweihnachtszeit, möglicher Einsatzzweck außerdem: Einsteiger-Laptops und Desktop-PCs mit "innovativem Form-Faktor"

  • Avoton
    gedacht für Microserver, verfügbar in der zweiten Jahreshälfte 2013

  • Rangeley
    gedacht für Infrastruktur-Geräte wie Router, Switches und Sicherheitsgadgets, verfügbar in der zweiten Jahreshälfte 2013

  • Merrified
    Next-Generation-Smartphone-Chip, der Ende 2013 und Anfang 2014 auf den Markt kommen soll

Ein besonderes Feature von Silvermont-CPUs soll ihre "out-of-order execution pipeline" sein. Dank ihr können sie intelligent zwischen verschiedenen Anweisungen springen, um möglichst wenig Zeit mit dem Warten auf neue Befehle zu vergeuden. Für mehr Sicherheit soll die UNterstützung von 256-Bit-AES-Verschlüsselung sorgen. Außerdem gibt es neue Funktionen vor virtuelle Maschinen, die für Antivirentools nützlich sein können. 47 neue Prozesse sollen das Abspielen von Media-Daten und den Zugriff auf den Speicher beschleunigen.

Silvermont-CPUs können kurze Zeit lang mit einem höheren Takt arbeiten, um anspruchsvolle Aufgaben zu stemmen. Das ist nicht ganz neu, aber das Management soll nun deutlich verbessert worden sein. Wenn einer der Kerne der neuen Atom-CPU nichts zu tun hat, kann er in eine Art Standby-Modus versetzt werden, welcher Strom sparen soll. Ähnliches gilt für die GPU-Einheit des Chips.

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