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Neue C-Klasse bekommt S-Klasse-Funktionen

25.10.2013 | 14:56 Uhr |

Im nächsten Jahr bringt Mercedes-Benz die nächste Generation der C-Klasse auf die Straße. Mit deutlich verbessertem Infotainment dank integriertem Touchpad und Head-up-Display. Viele Neuerungen stammen von der kürzlich vorgestellten S-Klasse.

Die C-Klasse ist für Mercedes-Benz eines der wichtigsten Volumenmodelle. Sie muss sich nicht nur gegen die Mittelklasse-Modelle der typischen Volumen-Hersteller wie Volkswagen, Opel, Mazda, Toyota & Co. behaupten, sondern vor allem auch dem 3er BMW und dem Audi A4 Marktanteile abnehmen. Es verwundert also niemanden, dass Mercedes-Benz die nächste Generation der C-Klasse grundlegend überarbeitet und verbessert.
 
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So wird die neue C-Klasse dank ihrer Aluminium-Hybrid-Karosserie deutlich leichter als das jetzige Modell (Daimler spricht von 100 Kilogramm weniger im Vergleich zum aktuellen Modell) und verbraucht damit weniger Kraftstoff. Gleichzeitig soll sie mit noch besseren Crash-Eigenschaften glänzen. Von der S-Klasse erbt die neue C-Klasse auch den „Bedufter“ und die Ionisierung sowie eine Klimaanlage mit automatischer Umluftschaltung bei Tunnelerkennung via Satelliten­navigation. Eine Luftfederung (Airmatic) für Vorder- und Hinterachse gibt es optional ebenfalls.

Neue C-Klasse bekommt S-Klasse-Funktionen
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© Daimler

 
Richtig spannend sind jedoch die Fahrerassistenzsysteme und die Verbesserungen bei der aktiven Sicherheit. So packt Mercedes-Benz alles an Sicherheitsassistenten (360-Grad-Rundumblick, Stereo Multi Purpose Camera, Nahbereichsradarsensoren, Fernbereichsradar, Multi-Mode-Radar, Distronic Plus mit Lenk-Assistent integrierte Stop & Go Pilot etc) in die neue C-Klasse, was derzeit im Konzern nur möglich ist (bei der S-Klasse wird das als "Mercedes-Benz Intelligent Drive" bezeichnet). Erstmals gibt es in einem Mercedes-Benz sogar ein 21 x 7 Zentimeter großes Head-Up-Display (Auflösung von 480 x 240 Pixel), wie es Erzrivale BMW schon länger anbietet. Bisher hatten sich die Schwaben gegen dieses pfiffige Assistenzsystem, bei dem alle wichtigen Fahrerinformationen wie Geschwindigkeit und Tempolimits, Navigationsanweisungen und die Warnhinweise von der Distronic Plus auf die Windschutzscheibe vor dem Fahrer eingeblendet werden, gesperrt. 

Head-Up-Display
Vergrößern Head-Up-Display
© Daimler

Ein Lichtsensor im Bereich der Dachoberkante passt die Helligkeit der Head-up-Displayanzeige automatisch den äußeren Beleuchtungsbedingungen an. An Sonnentagen werden Helligkeiten von 10.000 Cd/m² und mehr erreicht, wie Mercedes-Benz erklärt. Da der Kontrastwert besser ist als 1000:1 ist, soll das System auch nachts eine hochwertige Anzeige liefern. Das virtuelle Bild kann der Fahrer in der Höhe so einstellen, dass er es komfortabel ablesen kann – wie auch bei BMW möglich.

Etliche Sicherheits-Features auf einen Blick
Vergrößern Etliche Sicherheits-Features auf einen Blick
© Daimler

 
Comand Online von Mercedes-Benz im Praxistest
 
Das Infotainmentsystem mit Comand Online wird ebenfalls komplett überholt. So baut Daimler nun ein Touchpad (65 x 45 Millimeter) in der Handauflage über dem Controller auf dem Mitteltunnel ein. Damit kann der Fahrer alle Funktionen der Head-Unit per Fingergeste bedienen. So kennt man das schon länger von Audi Connect und neuerdings auch von BMW ConnectedDrive – Mercedes-Benz zieht hier also nun gleich.

Das neue Touchpad
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© Daimler

Sowohl langsame als auch schnelle Mehrfingergesten (Multitouch) sind damit möglich. Zudem erlaubt das Touchpad die Eingabe von Buchstaben, Zahlen und Sonderzeichen mittels Handschrift und zwar für jede Sprache der Headunit. Diese Eingaben liest das System zur Bestätigung vor. Bei Betätigung der Bedienfläche des Touchpads erhält der Benutzer zudem eine klare haptische Rückmeldung. Das System wertet das Sensorsignal dreidimensional aus und erkennt so, ob die Hand nur auf dem Handschmeichler abgelegt wurde oder tatsächlich eine Eingabe erfolgt. Zur Orientierung bei Nacht sind die Symbole auf der Bedienfläche beleuchtet, wie Daimler erklärt.

Neue C-Klasse bekommt S-Klasse-Funktionen
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© Daimler

Hinter der Touch-Fläche sind drei berührungssensitive Tasten angeordnet, mit denen sich wichtige Funktionen schnell bedienen lassen (Zurück-Funktion, Einsprung ins Favoritenmenü, Audio-Kurzmenü).
 
Das neue Touchpad ergänzt somit die bereits bekannte Steuerung über den nach wie vor ebenfalls vorhandenen Controller und die Sprachsteuerung Linguatronic.
 
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Das Zentraldisplay steht in Zukunft frei über auf der Mittelkonsole (wie auch bei der nächsten V-Klasse, dem Nachfolger des aktuellen Viano-Busses von MB). Es ist entweder 17,78 Zentimeter (7 Zoll) oder bei der Ausstattung mit Comand Online 21,33 Zentimeter (8,4 Zoll) Bilddiagonale groß. Ob das doch etwas aufgesetzt wirkende Zentraldisplay nach jedermanns Geschmack ist, sei einmal dahingestellt. Der eine oder andere Fahrer dürfte sich einen komplett in das Armaturenbrett integrierten Bildschirm gewünscht haben, wie es beispielsweise bei der E-Klasse der Fall ist.

Mittelkonsole mit dem aufgesetzten Bildschirm
Vergrößern Mittelkonsole mit dem aufgesetzten Bildschirm
© Daimler
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