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Neue stromsparende Chips von Intel

Intel hat für die nächste Generation seiner Computer-Chips eine neue Architektur-Plattform angekündigt, die besonders wenig Strom verbrauchen soll.

Intel hat für die nächste Generation seiner Computer-Chips eine neue Architektur-Plattform angekündigt, die besonders wenig Strom verbrauchen soll. Sie soll künftig die Grundlage der Prozessoren sowohl für Desktop-PCs als auch für mobile Laptops bilden, sagte Intel-Chef Paul Otellini auf dem Intel Developer Forum (IDF) am Dienstag (Ortszeit) in San Francisco. Auf der Basis der neuen Microarchitektur sollen die Chips bei bis zu fünffacher Performance-Leistung nur noch bis zu einem Zehntel des heute erforderlichen Stroms benötigen.

Die Anfang dieses Jahrhunderts fast totgesagte Computer- und Internetbranche sei zu starkem Wachstum zurückgekehrt, sagte Otellini. Allein für dieses Jahr erwarte das Unternehmen weltweit den Absatz von 200 Millionen Computern. Treibende Kraft für den anhaltenden Bedarf nach neuen Technologien sei vor allem der mobile Einsatz der immer kleiner werdenden Computer und computer-ähnlichen Geräte. Der Markt für portable PCs verzeichne derzeit ein zweistelliges Wachstum und werde vor allem durch die Nachfrage der Endverbraucher angetrieben, sagte Intel-Manager Mooly Eden. Für weiter steigende Zuwachsraten konzentriere sich das Unternehmen deshalb auf die Verbesserung des Ökosystems moderner Computer.

Intel will für die neue Microarchitektur die jeweiligen Vorteile der derzeitigen Intel-Prozessoren für Schreibtisch-PCs wie auch für Laptops verbinden. In der zweiten Jahreshälfte des kommenden Jahres sollen dann unter den Codenamen Woodcrest, Conroe und Merom für alle Einsatzgebiete (in großen Servern, Schreibtisch-PCs und Laptops) energiesparende Chips auf Basis der neuen 64-Bit-Technologie und doppeltem Prozessorkern auf den Markt kommen. Künftige Chips würden auch die Entwicklung ganz neuer "Handtop PCs" möglich machen, die bei einem Gewicht von unter einem Pfund mit weniger als einem Watt Stromverbrauch auskommen werden, sagte Otellini.

Mit der Verbindung der Komponenten herkömmlicher Desktop- und mobiler Computer wolle der weltgrößte Chiphersteller vor allem den Erfolg mit seinen Notebook-Chips auf den Bereich der Schreibtisch-PC-Chips ausweiten und die Chancen seines kleineren Konkurrenten AMD in diesem Marktsegment verringern, schätzt die Finanznachrichtenagentur Bloomberg.

Der texanische Herausforderer wirbt unterdessen selbst bereits seit geraumer Zeit für seine PC- und Laptop-Chips mit dem Slogan "cool and quiet" (kühl und leise). Mit schon zur Tradition gewordenen kleinen "Gegenveranstaltungen" versucht AMD auch in diesem Herbst, Intels Entwicklerforum für die Werbung in eigener Sache zu nutzen. In der Zeitung "USA Today" fordert das Unternehmen seinen großen Konkurrenten in einer ganzseitigen Anzeige zum "Duell" ihrer Doppelkern-Prozessoren auf.

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