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Neue Webradio-Software

08.03.2001 | 11:16 Uhr |

Mit neuen Ideen, Software- und Hardwareprodukten wollen die Hersteller dem Webradio zum Durchbruch verhelfen. Bislang sind Projekte dieser Art kaum von Erfolg gekrönt. Letzte Stolpersteine, die die Nutzer davon abhalten, nicht nur zu surfen, sondern dabei auch Radio zu hören, sollen nun beseitigt werden.

Mit neuen Ideen, Software- und Hardwareprodukten wollen die Hersteller dem Webradio zum Durchbruch verhelfen. Bislang sind Projekte dieser Art kaum von Erfolg gekrönt. Letzte Stolpersteine, die die Nutzer davon abhalten, nicht nur zu surfen, sondern dabei auch Radio zu hören, sollen nun beseitigt werden.

Nutzer mussten sich bislang erst eine Audio-Software wie Realplayer installieren, bevor sie Web-Radio hören können - vorausgesetzt sie haben einen Computer mit Soundkarte, Lautsprecher, Browser und Internetanschluss. An manchen Tagen hätten 50 Prozent der Besucher die Website des in Berlin produzierten "dasWebradio.de" verlassen, ohne das Programm zu empfangen, belegt dies Stephan Schwenk.

Der Vorstandsvorsitzende der Berliner Webcast Media Group und Mitinitiator der "Webradio-Alliance", einer Vermarktungsvereinigung sieben deutscher Internetsender, sieht das Webradio allerdings nur als Zusatzmedium: "Als Einzelprojekt ist Internet-Radio eine Totgeburt." Eine eigene Redaktion sei nicht finanzierbar. Der Pionier der Branche, das Hamburger Cyberradio, ist bereits pleite.

Eine neu eingesetzte Software mit dem Namen "Energis Streamwave", soll nun den Radioempfang ohne Realplayer möglich machen. Dies habe die Zugangsschwelle bereits gesenkt. Der Sender ist nach dem Öffnen der Radio-Website sofort eingestellt.

Eine ähnliche Anwendung wurde bereits im letzten Jahr auf der CeBIT präsentiert. In diesem Jahr soll nun die Weiterentwicklung von "World Wide Radio", besser bekannt als Java-Radio, vorgestellt werden. Da die Tonqualität der Anwendung zwar für Sprache, nicht aber für Musik ausreiche, komme das Produkt zur Zeit vor allem für die Wortübermittlung zum Einsatz, so Software-Entwickler Gerald Friedland. Das Berliner Gruselkabinett überträgt mit der Software Schreie auf seiner Website, und der Dozent des elektronischen Lernprojekts E-Kreide.de verschafft sich weltweit übers Netz Gehör.

Die weltgrößte Computermesse CeBIT will einen Tag vor Messebeginn selbst ein eigenes Webradio starten: Cyb-Affair. Ein zweisprachiges Programm in Deutsch und Englisch soll den Messebesuchern dabei helfen, nicht den Überblick über die Flut von Informationen zu verlieren.

Doch auch die Übertragung von Radioinhalten aufs Handy wird voran getrieben: "Die sprechende SMS wird Wirklichkeit", so Schwenk. Standortbezogen könne sich der Nutzer Nachrichten, Musik und Einkaufstipps aufs Handy schicken lassen.

Eine weitere Möglichkeit präsentiert 3Com auf der CeBIT mit seinem Internetradio-Gerät "Kerbango". Es erfordere lediglich einen Stromanschluss sowie eine Internetverbindung über Modem, DSL oder ISDN, teilte 3Com mit.

Weltweit sind etwa 8000 Radiosender übers Internet erreichbar. Nach einer Studie von Infratest Burke, die die Webcast Media Group in Auftrag gegeben hat, hören zirka 5,6 Millionen Deutsche Internet-Radio. Im vergangenen Jahr seien es noch 1,6 Millionen Menschen gewesen. (PC-WELT, 08.03.2001, dpa/ lmd)

Webradio.de

Cyb-Affair: Webradio der CeBIT

World Wide Radio 2

Schlechte Bild- und Tonqualität im Netz (PC-WELT Online, 01.11.2000)

Aufbruchstimmung im Internetradio (PC-WELT Online, 27.10.2000)

Webradio.de gestartet (PC-WELT Online, 25.05.2000)

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