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Kampf gegen Stromverschwendung bei Ladegeräten

20.11.2008 | 12:59 Uhr |

Eine Gruppe von Mobiltelefon-Herstellern hat ein gemeinsames Bewertungssystem für die Standby-Energieeffizienz von Handy-Ladegeräten vorgestellt.

Die Anbieter wollen dazu beitragen, die massive Stromverschwendung durch ungenutzt an der Steckdose hängende Ladegeräte zu bekämpfen. Das Bewertungssystem vergibt bis zu fünf Sterne für die besten Ladegeräte mit dem geringsten Standby-Verbrauch und basiert auf europäischen und amerikanischen Standards. "So sollen Hersteller motiviert werden, an effizienten Ladegeräten zu arbeiten und gleichzeitig das Problembewusstsein der Konsumenten fördern", heißt es seitens Nokias . Die Finnen haben die Skala gleichzeitig mit LG, Motorola , Samsung und Sony Ericsson eingeführt.

"Viele Konsumenten sind sich nicht bewusst, dass Ladegeräte auch Strom verbrauchen, wenn sie an die Stromversorgung angesteckt, aber nicht mit dem Mobiltelefon verbunden sind", betont Nokia. Derzeit werden laut Unternehmen rund zwei Drittel der im Rahmen der Nutzung eines Handys verbrauchten Energie auf diese Art verschwendet. Die Hersteller arbeiten an einer Minimierung dieses Standby-Verbrauchs. Gleichzeitig werden Kunden mit den online veröffentlichten Bewertungen bei der Auswahl von Ladegeräten, die möglichst wenig Strom verschwenden, unterstützt. Das Bewertungssystem beruht dabei auf Standards der Europäischen Kommission sowie den US-amerikanischen Energy-Star-Standards.

Besonders schwere Stromverschwender, die auch ohne Belastung mit einem zu ladenden Mobiltelefon mehr als 0,5 Watt verbrauchen, gehen auf der Sterne-Skala leer aus. Effiziente Ladegeräte, die im Standby-Modus dagegen 0,03 Watt oder weniger ziehen, bekommen mit fünf Sternen die Höchstwertung. "Die mögliche Energieersparnis mag bei einem Ladegerät gering erscheinen, aber in der Masse wird das sehr signifikant", so Nokia. Würden die mehr als drei Milliarden Handy-Besitzer weltweit allesamt auf Ladegeräte mit vier oder fünf Sternen wechseln, könnte jährlich eine Strommenge gespart werden, die der Produktion zweier mittelgroßer Kraftwerke entspricht.

Die Gruppe der fünf Hersteller, die das Bewertungssystem derzeit nutzen, hat sich im Rahmen eines Pilotprojekts der Europäischen Kommission formiert. Das Bewertungsschema steht aber allen interessierten Herstellern offen, betont Nokia. Damit besteht zumindest die Hoffnung, dass beispielsweise die Smartphone-Größen HTC und Research in Motion ebenfalls ihre Ladegeräte kennzeichnen könnten. (pte/jp)

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