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Neue Treibergeneration von ATI

02.09.2004 | 12:02 Uhr |

Auf den Namen Catalyst Control Center heißt das neue Treibersystem von ATI. Wir sagen Ihnen, was dahinter steckt.

Catalyst hießen ATIs Treiber früher. Nun werden sie in eine eigene Programmumgebung integriert. Dieses Gesamtsystem hat ATI Catalyst Control Center getauft. Es sieht einerseits den bisherigen Treibern sehr ähnlich, weist andererseits aber viele Veränderungen auf. So hat ATI etwa neue Features integriert, für die man bisher Extra-Tools installieren musste.

Catalyst Control Center

Ans neue Treibersystem gelangt man wie bisher über die erweiterten Anzeigeeinstellungen von Windows. Öffnet sich das Control Center, erkennt man gleich die ersten Neuerungen. Es gibt einen Willkommens-Bildschirm, den die Grafikkartenhersteller anpassen können. Im gesamten System sind grafische Bereiche ausgewiesen, in denen diese Logos und Werbung einfügt können. Auch können die Grafikkartenhersteller Wizards programmieren, die durch die Treibereinstellungen führen und die signifikanten Punkte verständlich machen.

Neue Bedienoberfläche und Funktionen

Im Grafikkartentreiber kann man seit Jahren die Bildqualität mit Hilfe von Schiebereglern beeinflussen. Im Catalyst Control Center heißen diese wie bisher – etwa 3D-Standard-Settings, Anti-Aliasing und anisotropische Filterung. Allerdings sieht man auf der gleichen Seite nun auch eine 3D-Szene, die die Grafikkarte ständig neu rendert. So erkennt man gleich, wie sich die Einstellungen in der Praxis auswirken.

Auch neu ist (zumindest bei ATI) die Möglichkeit, für verschiedene Programme spezielle Treibereinstellungen zu speichern – im Catalyst Control Center ist dafür der Profile Manager zuständig. Unterschiedliche Einstellungen lassen sich auch unter Hotkeys speichern, die Sie jederzeit aktivieren und abrufen können.

Und wer nicht jeden Tag nach neuen Treibern Ausschau halten will, kann die automatische Update-Funktion aktivieren. Auf Wunsch arbeitet sie still im Hintergrund oder benachrichtigt Sie, wenn es neue Dateien zum Herunterladen gibt. Der Download-Manager lädt aber nicht gleich immer einen gesamten neuen Treiber, sondern nur die nötigen Teilbereiche, beispielsweise neue Schieberegler, Skins oder Logos.

Nach wie vor dabei ist das Overdrive-Tool zum Übertakten von Grafikchip und -Speicher. Es wird jedoch nur aktiviert, wenn der Treiber einen Grafikchip der XT-Spielart erkennt, also einen, der einen Temperatursensor integriert hat.

Hohe Flexibilität

Laut ATI ist Catalyst Control Center so programmiert, dass Hersteller dort relativ leicht eigene Funktionen integrieren können. Möglich wurde dies laut Hersteller durch das .NET-Framework, das es vor der Installation zu installieren gilt. Wie stark die Grafikkartenhersteller die Möglichkeit, in die Bedienoberfläche des Treibers einzugreifen, wirklich nutzen und welche Programme dafür geschrieben werden, steht noch in den Sternen.

Verfügbarkeit und Download-Größe

Die englische Version von Catalyst Control Center soll noch diesen Monat zum Download bereitgestellt werden. Die multilinguale Variante mit deutschem Sprachpaket soll laut ATI im Oktober erhältlich sein. Die Dowload-Größe beträgt um die 40 Megabyte.

Kleiner Wermutstropfen: Wer das Control Center nicht mag, muss künftig auf Updates verzichten. Denn ab Mitte bis Ende November wird es neue Treiber nur noch in Verbindung mit dem Control Center geben – nicht mehr wie bisher im alten Gewand. Und um das Catalyst Control Center zu nutzen, sprich seine Grafikkarte konfigurieren zu können, benötigt man ab diesem Zeitpunkt zusätzlich Microsofts .NET-Framework – zumindest so lange, bis man eines Tages vor der Grafiktreiberinstallation Microsofts neues Betriebssystem Longhorn installiert hat. Das .NET-Framework lässt sich zwar kostenlos herunterladen, jedoch ist damit noch einmal ein mindestens 23 Megabyte großer Download fällig.

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