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Amazon drückt Songpreise auf 30 Cent

08.04.2009 | 16:45 Uhr |

Die Preisschlacht im heiß umkämpften Markt für digitale Musikdownloads geht in die nächste Runde. Nachdem der derzeitige Marktführer Apple sich in seinem iTunes Music Store erst kürzlich vom Einzelsong-Standardpreis von 99 Cent verabschiedet hat, zieht nun auch der Online-Händler Amazon nach.

Die aktuelle Nummer zwei am Online-Musikmarkt hat dabei ähnlich wie Apple eine flexiblere Preisstruktur im Rahmen seines Download-Dienstes Amazon MP3 eingeführt. Wie der britische Guardian berichtet, betreffen die Änderungen bislang allerdings lediglich die entsprechenden Angebote in Großbritannien und den USA. Während die Preise für MP3-Downloads in Deutschland derzeit auch weiterhin bei knapp unter einem Euro liegen, könnten britische und US-amerikanische Kunden des Musik-Services bereits hunderte einzelne Songs zum Preis von rund 30 Cent herunterladen.

"Amazon MP3 bietet eine große Auswahl an DRM-freier A-la-carte-Musik von Major- und Independent-Labels, die innerhalb von Sekunden mit jeder Hardware in höchster Audio-Qualität verfügbar sind", hatte Greg Greeley, Vice President Amazon EU Retail, vor wenigen Tagen anlässlich des Deutschland-Starts des Online-Musikshops erklärt. Über fünf Mio. Einzelsongs stünden ab einem Preis von 77 Cent zum Download für deutsche Nutzer bereit. "Zum Launch des deutschen Amazon-MP3-Angebots bieten wir eine spezielle Preisaktion an, bei der über 2.000 Bestseller-Alben für unter fünf Euro erworben werden können", erklärt eine Sprecherin von Amazon Deutschland gegenüber pressetext. Eine Ankündigung zur Änderung der Preisstruktur für Deutschland gebe es bislang allerdings noch nicht.

Laut Guardian-Bericht bietet Amazon in Großbritannien unter der neuen Preisstruktur mehr als 100 Einzelsongs zu einem Preis von 29 Pence an. Die bisher geltende Untergrenze von 59 Pence sei somit hinfällig. Hintergrund der Preissenkung sei vor allem der Versuch des Online-Händlers, mehr Musikfans auf die eigene Seite zu locken und somit Boden gegenüber dem dominanten Konkurrenten Apple gut zu machen. Denn trotz der überaus positiven Entwicklung von Amazon MP3 seit dem US-Start vor mittlerweile mehr als einem Jahr, sei der Abstand zum Marktführer iTunes noch immer enorm. Dieser bediene gegenwärtig rund 70 Prozent des legalen digitalen Download-Marktes für Musik, heißt es in dem Bericht.

Dass der Abstand zwischen Amazon MP3 und iTunes immer noch derart groß ausfällt, ist sicherlich auch auf den Umstand zurückzuführen, dass der Apple-Service gegenwärtig bereits in mehr als 20 Ländern der Welt zur Verfügung steht. Die Amazon-Konkurrenz ist hingegen derzeit lediglich in den USA, Großbritannien und Deutschland nutzbar. Darüber, ob und wann Amazon MP3 auch in anderen Ländern verfügbar sein wird, hält sich der Online-Händler noch bedeckt. "Amazon hatte Anfang des Jahres bekannt gegeben, 2008 die internationale Expansion seines DRM-freien digitalen MP3-Musik-Shops zu starten. Wann der MP3-Shop auf den verschiedenen Websites eingeführt wird, steht bislang noch nicht fest", heißt es von Unternehmensseite auf Anfrage von pressetext. (pte)

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