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Neue Kopierschutztechnik für Computerchips

04.10.2004 | 16:59 Uhr |

Eine neu entwickelte Technologie könnte künftig das Kopieren von Mikrochips, wie beispielsweise bei EC-Karten, verhindern.

Das Klonen von Mikrochips, wie es beispielsweise bei EC-Karten vorkommen kann, könnte eine neu entwickelte Technologie künftig verhindern, berichtet das Wissenschaftsmagazin " New Scientist ".

Fälscher bedienen sich demnach beim Kopieren derartiger Mikrochips des Reverse Engineering. Dabei werden die Funktionen eines Stromkreislaufs berechnet und nachgebaut. Ist alles korrekt, wird eine solche Kopie, beispielsweise eine EC-Karte, in jedem Bankautomaten akzeptiert. Srini Devadas, Elektroniker am Massachusetts Institute of Technology, hat nun eine Software entwickelt, die den jeweiligen Chip auf seine Authentizität hin überprüft.

Dabei macht er sich kleinste Veränderungen im Aufbau der Silikonschichten zunutze, wie sie bei der Produktion entstehen. Auf Grund kleinster Variationen während der Produktion eines Chips, zum Beispiel bei der Temperatur oder den Druckverhältnissen, unterscheidet sich bei jedem Chip die Dicke der Aluminium- oder Kupferschienen, die die Transistoren miteinander verbinden. Die Software erkennt diese Unterschiede anhand der Signal-Geschwindigkeit (dickere Schienen übertragen Signale schneller und umgekehrt) und generiert einen einzigartigen ID-Code für die Komponente. Um einen derart geschützten Chip zu kopieren, müssten Fälscher also dessen genaue Physiologie kennen, denn kleinste Veränderungen würden bedeuten, dass nicht der Original-Chip zum Einsatz kommt. Für die Generierung des ID-Codes kommt ein 128 Bit-Schlüssel zum Einsatz, der in einen speziellen Algorithmus eingespeist wird.

Andere Experten gehen mit Devadas Meinung allerdings nicht konform. So zitiert das Magazin Bruce Schneier von Counterpane Internet Security in Mountain View, der sagt, dass Fälscher zur Umgehung dieses Schutzes einfach einen Algorithmus schreiben könnten, der die Antwort des ID-Codes eines Chips imitieren könnte.

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