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Malware wird zunehmend mehrsprachig

26.02.2008 | 15:22 Uhr |

Cyberkriminelle arbeiten zunehmend mit mehrsprachiger Malware und schießen sich auf lokale Webangebote ein. Zu diesem Ergebnis kommt der aktuelle Global Threat Report, den der IT-Sicherheitsspezialist McAfee heute veröffentlicht hat.

Kriminelle Hacker arbeiten zunehmend mit mehrsprachiger Malware und schießen sich auf lokale Webangebote ein - so lautet das Fazit einer heute veröffentlichten Studie des IT-Sicherheitsspezialisten McAfee. „Moderne Malware funktioniert nicht mehr nach dem Gießkannenprinzip“, warnt Jeff Green, der bei McAfee die Forschungs- und Entwicklungsabteilung Avert Labs leitet. „Die Cyberpiraten sind in allen Weltregionen zu Hause und erschaffen Viren speziell zum Einsatz in einzelnen Ländern. Sie sind nicht nur versierte Programmierer, sondern verstehen auch etwas von Psychologie und Sprachen.“

Europas Sprachenvielfalt - allein die EU zählt 23 Amtssprachen - hat die Reichweite der dort aktiven Hacker lange eingeschränkt. Um sich vor Spam und Datendiebstahl zu schützen, reichte es oft, englischsprachige Mails zu ignorieren. Heute verfassen Cyberbetrüger ihre Nachrichten jeweils in der Sprache des Landes, aus dem die Adressen stammen. Je nach Zieldomäne übertragen Malware-Server automatisch die passend lokalisierte Version eines Schadprogramms. In zeitlicher Nähe zu Medienspektakeln wie der Fußballweltmeisterschaft fallen gutgläubige Fans regelmäßig auf Mail-Betrüger und Phisher herein. Je findiger die Malware-Autoren, desto stärker gerät die europäische Internetgemeinde unter Beschuss.

Das sind die wichtigsten Ergebnisse des Global Threat Reports im Überblick:

Profihacker richten ihre Kampagnen zunehmend auf einzelne Länder, Sprachräume, Firmen oder Softwaretypen aus.

Die Angreifer entwickeln ein immer feineres Gespür für kulturelle Unterschiede und stimmen ihre Infiltrationstechniken darauf ab.

Cyberbanden rekrutieren ihre Programmierer überwiegend in Ländern mit hoher Arbeitslosigkeit unter IT-Fachkräften, allen voran Russland und China.

Die Webkriminalität operiert vorzugsweise in Staaten mit ineffektiver Strafverfolgung.

Rund um den Globus setzen die Schöpfer von Computerviren auf besonders ansteckende Übertragungswege wie Web-2.0-Anwendungen und Peer-to-Peer-Netze.

Mehr denn je zielen Schadprogramme auf Sicherheitslücken in Software und Diensten lokaler Webangebote.

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