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Neue Einsatzgebiete für SIM-Karten

Die sogenannte SIM-Karte (Subscriber Identity Module) ist heute Schlüssel und Torwächter zugleich. Sie schützt ihren Besitzer und besteht aus einem Mini-Prozessor sowie einem Speicher mit geheimen Nummern und Algorithmen zur Verschlüsselung von Sprach- und Signaldaten. Mit Hilfe von Speicheraufrüstung per Flash soll die kleine Karte jedoch schon bald noch mehr Einsatzmöglichkeiten bekommen.

Aktuelle Mobiltelefone verfügen im Schnitt über Speichergrößen von 64 kByte. Damit lassen sich laut Gieseke & Devrient ( G&D ), München, gerade einmal 50 bis 100 SMS und 250 Telefonnummern speichern. Karten der neuen Generation weisen bereits Speicherkapazitäten von bis zu 400 kByte auf, diese sollen jedoch schon bald auf 1 GByte aufgestockt werden. Dieser enorme Bedarf an Speicherkapazität geht aus dem breit gefächerten Angebot für Klingeltöne, Bilder, Musik, Finanz- und Verkehrsinformationen, Spiele, Sportereignisse, Nachrichten und Chats hervor, welche aufs Handy geladen und verschickt werden können.

Um diese Inhalte auch auf dem neuen Handy verwenden zu können, werden sie meist direkt auf die SIM-Karte gespeichert. So stellte Kartenlieferant G&D jüngst ein Telefonbuch mit kompletter Anschrift, mehreren E-Mail-Adressen und Telefonnummern vor. Die Basis für die Anwendung ist "GalaxSIM", eine SIM-Kartenserie mit Speicherkapazitäten im Bereich von 64 MByte bis 512 MByte.

Doch nicht nur die Inhalte selbst verschlingen Speicherplatz. Auch die Strukturen, die notwendig sind, um die Rechte daran zu verwalten und die Abrechnung zu ermöglichen, sollen auf die SIM-Karte. So sieht Jean-Marc Julia, Europachef von Spansion , Hersteller eines der neuartigen Super-Flash-Speichers, in der sicheren Verwahrung und Verwaltung von Zugriffsrechten und Bezahlmodellen, kurz Digital- Rights-Management, die Killer-Anwendung für SIM-Karten schlechthin.

Mit Hilfe der neuen Karten-Generation können Verbraucher ihre Profile und Inhalte zukünftig von einem zum anderen Handy oder auch auf den PC übertragen. Rechnerhersteller Fujitsu Siemens etwa zeigte zur CeBIT eine schickes 1,4 kg schweres Notebook, das zum Surfen über UMTS keine auffällige Steckkarte mehr benötigt. Der Anwender führt einfach seine SIM-Karte ein. Doch das werde längst nicht alles sein, was ein Smartcard-Chip beziehungsweise eine SIM-Karte für PCs und Notebooks in petto hat. Auch in ihrem Haus, verrät Vera Schuh, Pressereferentin bei G&D, beschäftige sich die Abteilung "New Business" mit solchen Möglichkeiten.

Was möglich ist, zeigte Sagem-Orga ganz im Zeichen des Mozart-Jahrs mit der "XXL-SIM-Card" auf der weltgrößten Mobilfunkmesse in Barcelona. "DJ Mozart" bedient sich einer computeranimierten Figur, die dem Nutzer verschiedene Inhalte anbietet: Klingeltöne, Oberflächen, E-Cards, Spiele, 3-D-Animation und MP3-Songs sowie Informationen zu diversen Mozart-Veranstaltungen in diesem Jahr.

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