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Neue Browser, dieselben Ärgernisse?

11.03.2005 | 14:45 Uhr |

Firefox wird so langsam zu einem lohnenden Ziel für die Programmierer von Adware und Spyware, beziehungsweise für ihre Auftraggeber. Über 25 Millionen Downloads in 100 Tagen sind ein Argument, dem sich auch die Spyware-Szene nicht entziehen kann.

Schon seit geraumer Zeit empfehlen Sicherheitsexperten den von Adware und Spyware geplagten Anwendern den Umstieg vom Internet Explorer auf alternative Browser. Besonders der mit einer spendenfinanzierten Kampagne propagierte Web-Browser Mozilla Firefox konnte von dieser Stimmungslage profitieren und dem Internet Explorer ein paar Prozentpunkte seines Marktanteils abspenstig machen. Damit wird Firefox so langsam zu einem lohnenden Ziel für die Programmierer von Adware und Spyware, beziehungsweise für ihre Auftraggeber. Über 25 Millionen Downloads in 100 Tagen sind ein Argument, dem sich auch die Spyware-Szene nicht entziehen kann.

Ähnliches gilt für die Werbung mit Pop-ups. Immer mehr Anwender setzen auf Pop-up-Blocker, Firefox und Opera sind serienmäßig damit ausgestattet, ebenso der Internet Explorer aus dem Service Pack 2 für XP. Für andere Varianten des Internet Explorers gibt es Zusatzprogramme zum Nachrüsten. Die Folge ist, dass die Werbeblocker genau auf Umgehungsmöglichkeiten untersucht werden.

Es werden auch vermehrt Alternativen zu Pop-ups eingesetzt, etwa so genannte "Layer-Ads". Das sind in die Web-Seite eingebettete Ebenen, die für eine gewisse Zeit die gesamte Seite oder einen Teil davon verdecken. Die werden von den meisten Pop-up-Blockern nicht ausgefiltert. Auch Mac-User berichten neuerdings verstärkt von Belästigungen mit offensiver Werbung im Web. Der Trend bei den Entwicklern von Werbemaßnahmen geht offenbar in Richtung plattformübergreifender Techniken, die mit möglichst vielen Browsern und Betriebssystemen funktionieren.

Hersteller von Adware und Spyware müssen zwar weiterhin auf das Betriebssystem eingehen und werden sich daher noch eine Weile auf Windows konzentrieren. Sie untersuchen jedoch verstärkt die alternativen Browser auf Sicherheitslücken, die das Einschleusen ihrer Programme erlauben. Die Zunahme der gemeldeten Schwachstellen in Mozilla und Firefox zeigt, dass hier ein Potenzial existiert. Fehlerfreie Software gibt es nicht.

Zwar wirken die bislang entdeckten Sicherheitslöcher in den Alternativ-Browsern geradezu harmlos im Vergleich mit manchen im Internet Explorer enthaltenen Scheunentoren, es stellt sich jedoch die Frage, ob das so bleiben wird. Der wichtigste Gegner der Mozilla-Entwickler heißt jedenfalls nicht länger Microsoft. Es ist durchaus denkbar, dass die Empfehlungen zum Wechsel des Browsers am Ende dieses Jahres hinfällig sein werden, weil sich die Schwere der Sicherheitsproblematik konkurrierender Browser aufeinander zu bewegt.

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