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Neu für den Mac: OS X 10.11 heißt El Capitan

09.06.2015 | 09:13 Uhr |

Apple entwickelt OS X nur inkrementell weiter. Sogar der Name von OS X 10.11 bleibt im Yosemite-Nationalpark: El Capitan.

Apple hatte im Frühjahr 2012 damit überrascht, künftig alljährlich auch sein Betriebssystem für den Mac zu überarbeiten, OS X 10.8 Mountain Lion war das erste mit einer derart kurzen Vorlaufzeit. Vor zwei Jahren änderte Apple schließlich die Nomenklatur und setzt seither auf sehenswerte Landschaften in Kalifornien statt auf Großkatzen als Paten, vor einem Jahr schließlich schloss Apple mit OS X Yosemite die schon in OS X Mavericks begonnen Umbaumaßnahmen hinsichtlich "Flat Design" ab. Das Mac-Betriebssystem des Jahres 2015 - in der Zählweise OS X 10.11 - bringt evolutionäre Änderungen und kaum neue Funktionen. Sogar der Name verlässt den Yosemite-Nationalpark nicht, OS X hört jetzt auf den Namen des markanten Berges El Capitan.

Mit OS X Yosemite konnte sich Apple bisher recht zufrieden zeigen, auf 55 Prozent aller Macs läuft das aktuelle System. Von einer derartigen Adaptionsrate können anderen Hersteller nur träumen.

Neue Funktionen nur im Detail

Auffällige neue Funktionen oder Apps sucht man vergeblich - sieht man einmal von Apple Maps und iTunes 13 ab (siehe auch unsere Beiträge zu iOS 9 und Apple Music). Das Mac-Betriebssystem bekommt kleinere Verbesserungen vor allem bei der Bedienung. Safari-Tabs lassen sich etwa im Programmfenster nun auf Icon-Breite zusammenschrumpfen, Apple nennt das Pinned Sites. Audioquellen einzelner Tabs schaltete ein Mute-Knopf ab.

Die Suchmaschine Spotlight bedient sich aus noch mehr Quellen (Aktienkurse, Wetter, Sportergebnisse,...) und versteht sich besser auf natürliche Sprache, auch lässt sich die Größe des Fensters anpassen. Der Mail-Client bekommt vor allem in der Vollbildschirmansicht einige neue Bediengesten, so lassen sich Mails auch in Tabs zusammenfassen, das Kopieren von Inhalten von Mail zu Mail ist erleichtert. Die von iOS bekannte Wischgeste zum Löschen einzelner NAachrichten kommt auch im Mac an.

In Mission Control lassen sich einzelne Fenster bequemer von Desktop zu Desktop verschieben oder in den Vollbildmodus wechseln. Neu ist Splitview, in dem zwei Apps in einem Vollbildmodus nebeneinander stehen können - etwa Safari und das als Evernote-Konkurrenz ausgebaute Notizen.

Wie erwartet kommt El Capitan auch mit der neuen Systemschrift San Francisco, die Apple erstmals auf der Apple Watch eingesetzt hat. Diese soll vor allem auf Retinadispalys gut aussehen.

Bessere Performance

Entscheidender als die wenigen neuen Funktionen dürften aber Apples Versprechungen zur Performance des Systems sein. Den Geschwindigkeitszuwachs soll vor allem der Grafiklayer Metal erreichen, den Apple vor einem Jahr für iOS 8 eingeführt hatte. Metal soll direkten Zugriff auf die GPU geben und alle Aufgaben schneller erledigen.

Vor allem Spieleentwickler dürften von den neuen Möglichkeiten begeistert sein, die Metal bietet. Entsprechend euphorisch fällt die kurze Präsentation von Epic Games aus. Aber auch in der Videoproduktion und bei CAD  ist ein derartiger Performancesprung relevant.

Entwickler bekommen schon heute die erste Vorschau auf OS X El Capitan , im Juli soll eine öffentliche Beta folgen, "Im Herbst" kommt dann die finale Fassung.

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