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Nagios – Wächter der Netze

Mit Nagios überwachen Administratoren ihre Netzwerke und Dienste auf permanente Verfügbarkeit. PC-WELT gibt ausführliche Tipps, wie Sie die Monitoring-Software optimal installieren, konfigurieren und einsetzen.

Von Peter-Uwe Lechner

Unter den Open-Source-Tools ist Nagios ist die beste Lösung für Monitoring-Aufgaben, und das aus vielerlei Gründen. Die Software ist äußerst flexibel und überwacht nahezu alles: Neben der Verfügbarkeit eines Servers kontrolliert der Systemverwalter damit etwa individuelle Dienste, angefangen von SSH bis hin zu komplexen Datenbank-Umgebungen.

Die Überwachung erfolgt über so genannte Plug-ins, die lokal ausgeführt werden und dem Nagios-Monitor eine entsprechende Statusmeldung als Feedback liefern. Entfernte Maschinen können über NRPE (Nagios Remote Plugin Executor) ebenfalls Plug-ins abspielen und die Informationen SSL-verschlüsselt an den Nagios-Monitor übertragen. Der folgende Beitrag beschreibt die Grundkonfiguration und Basisinstallation von Nagios. Den aktuellen Quellcode für Nagios, NRPE und Nagios-Plug-ins finden Sie unter www.nagios.org.

Nagios unter CentOS installieren

Die Installation führen wir auf einem minimalisierten CentOS-System durch. Zunächst installieren wir die notwendigen Programme und Bibliotheken per yum mit dem Kommando yum install gcc gd-devel libjpeg-devel libpng-devel. Nagios benötigt die drei Entwicklungsumgebungen *-devel, damit beim Übersetzen die entsprechenden Bibliotheken korrekt initialisiert werden. Im nächsten Schritt legen Sie einen Benutzer (und eine Gruppe) für den Einsatz von Nagios an: useradd -d /usr/local/nagios -c "Nagios" -m nagios.

Geben Sie anschließend das Verzeichnis für alle Benutzer zum Lesen und Ausführen mit dem Befehl chmod 755 /usr/local/nagios frei. Über die Parameter von ./configure können Sie Nagios alternativ auch einem anderen oder bereits bestehenden Benutzer zuordnen. Nachdem Sie den Quellcode von Nagios entpackt und ins entstandene Verzeichnis gewechselt haben, führen Sie zur Konfiguration ./configure aus.

Mit ./configure --help erhalten Sie alternativ eine Übersicht, welche Parameter bei der Konfiguration von Nagios noch berücksichtigt werden. In unserem Beispiel belassen wir alle Parameter auf den Voreinstellungen, was einer Nagios-Installation unter /usr/local/nagios entspricht.

Ein wichtiger Hinweis: Soll Nagios unter CentOS mit aktiviertem SELinux betrieben werden, empfiehlt sich die Installation unterhalb der Verzeichnisstruktur /var/ www/html. Befinden sich Nutzdaten für Apache in anderen Verzeichnissen, blockiert SELinux deren Zugriff. Eine Anpassung der SE-Policies würde nur eine temporäre Lösung bieten, da diese durch ein Update der SE-Policy überschrieben wird.

Nach der Konfiguration übersetzen Sie Nagios 2.9 mit make all. Mit dem Befehl make install kopieren Sie Nagios in das vorbestimmte Verzeichnis /usr/local/nagios. Mit make install-init erstellen Sie im Verzeichnis /etc/init.d/ die Datei nagios. Diese lässt sich unter CentOS mit den Befehlen chkconfig oder service für den vollautomatischen Start von Nagios per Init-Script einbinden. Danach installieren Sie mit make install-config Beispielkonfigurationsdateien in das Verzeichnis /usr/local/nagios/etc. Diese Konfigurationsdateien passen Sie im folgenden Abschnitt an Ihre individuelle Systemumgebung an.

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