Der Wirkungsgrad von 80 Prozent hat mehrere positive Nebeneffekte. In erster Linie erzeugt das Netzteil im Vergleich zu herkömmlichen Netzteilen weniger nutzlose Energie bei gleicher Wirkleistung. Daraus resultieren für den Anwender dauerhaft geringere Stromkosten. Darüber hinaus kann der PC-Hersteller oder Anwender gegebenenfalls ein Netzteil einsetzen, das eine geringere Nennleistung besitzt.
Ein weiterer Vorteil des hohen Wirkungsgrades ist die geringere Hitzeentwicklung im Netzteil. Das wirkt sich unter anderem lebensverlängernd auf die elektrischen Bauteile sowie auch auf die mechanischen Komponenten aus.
Neben dem Wirkungsgrad spielen Verzerrungen der Spannung bei Netzteilen eine große Rolle. Diese treten dann in Erscheinung, wenn das Schaltnetzteil „unsauber“ arbeitet. Dadurch werden Oberschwingungsströme erzeugt, welche die Netzspannung verzerren. Dies führt verstärkt zu Störungen bei den Verbrauchern und erhöht die elektrischen Verluste im Netzteil. Zusätzlich müssen die nachgeschalteten Verbraucher mit diesen Problemen fertig werden.
Diese unerwünschten Verzerrungen der Spannung lassen sich nur mit höherer Spannungsfestigkeit der Bauteile, wie Kondensatoren und Halbleiter sowie durch die Verwendung von entsprechenden Filtern,
kompensieren. Das ist in der Regel mit einem höheren Kostenaufwand für das Netzteil verbunden.
Auch der sogenannte Power Factor (PF) oder Leistungsfaktor eines Netzteils berücksichtigen die 80-Plus-Spezifikationen. Der Power Factor ist das Verhältnis von Wirkleistung (P) in Watt zur Scheinleistung (S) in VA. Die 80plus.org schreibt für ein entsprechendes 80-Plus-Netzteil einen Power Factor größer 0,9 bei einer Auslastung des Geräts von 100 Prozent vor.
Fazit und Ausblick
Wie eingangs erwähnt, war der 20. Juli Stichtag für die neuen Richtlinien. Produkte, die ab diesem Datum gefertigt werden, müssen sich an die entsprechenden Werte halten, wenn sie weiterhin den Energy Star tragen wollen. Dies gilt auch für Produkte, die schon auf dem Markt sind und bisher unter den Richtlinien Energy Star 3.0 qualifiziert wurden.
Die konkreten Auswirkungen auf den Markt dürften sich zunächst im professionellen Bereich niederschlagen. Hier gehört der Energy Star in der Regel zu den Minimalanforderungen. Und auch andere Richtlinien wie etwa der „Blaue Engel“ beziehen sich in ihren Richtwerten teils auf den Energy Star.
Die zweite Stufe des Energy Star 4.0 startet im Januar 2009. Neben neuen, noch festzulegenden, Grenzwerten wird die zweite Stufe weitere Aspekte berücksichtigen. So kommen für Desktop-Systeme feinere Abstufungen zum Einsatz. Für Desktop-Server gelten dann auch Begrenzungen hinsichtlich der Leistungsaufnahme im Sleep-Modus.
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