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Zwei-Klassen-Web

Netzneutralität in den USA vor dem Aus

24.04.2014 | 12:59 Uhr |

In den USA droht das Ende der Netzneutralität. Profitieren würden vor allem Internetdienste, die viel Geld haben. Die Auswirkungen könnten gewaltig sein.

Die Netzneutralität hatte in den USA bereits nach einem Urteil Mitte Januar einen ersten Dämpfer erhalten. Jetzt will die US-Telekommunikationsaufsicht FCC offenbar in Reaktion auf das Urteil die Netzneutralität zumindest in weiten Punkten aufgeben, weil das Gericht seinerzeit entschieden hatte, dass die FCC mit der Überwachung der Netzneutralität ihre Befugnisse überschritten habe.

Gemäß der Netzneutralität müssen Provider alle über ihre Leitungen übertragenen Daten gleich behandeln und damit auch gleich schnell an die Nutzer ausliefern. Ab Ende des Jahres will die FCC nicht mehr über die Einhaltung dieser Regel wachen. Ab dann könnten Internetdienste gegen Bezahlung an die Provider dafür sorgen, dass ihre Inhalte schneller - quasi also auf einer Überholspur - an die Internetnutzer ausgeliefert werden. Das Nachsehen hätten dann vor allem kleinere, weniger finanzstarke Dienste, die ihre Daten nur auf der "normalen Spur" ausliefern können. Websites und Videos würden damit nicht immer mehr der möglichen Geschwindigkeit geladen, sondern in Abhängigkeit davon, wem sie gehören.

Immerhin will die FCC aber künftig auch weiterhin darüber achten, dass Inhalte von Anbietern nicht komplett geblockt werden.  Außerdem müssen die Abmachungen zwischen Providern und Internetdiensten "wirtschaftlich angemessen" sein, wie es heißt. Die FCC wird die neuen Regeln am 15. Mai vorstellen. Kritiker befürchten, dass das Ende der Netzneutralität weitgehende negative Folgen für das gesamte Internet haben wird und rufen dazu auf, sich dagegen zu wehren.

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