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Netzbetreiber wollen Werbegeld von Google und Co.

15.05.2015 | 11:54 Uhr |

Laut einem Bereicht wollen mehrere Mobilfunkbetreiber Werbung auf Smartphones blockieren - um selbst daran mit zu verdienen.

Wie die Financial Times berichtet (kostenpflichtiger Artikel), wollen mehrere europäische Mobilfunkanbieter in Zukunft Werbung für Smartphones direkt im eigenen Rechenzentrum blockieren. Die Technik blockiere Werbeanzeigen auf Webseiten und in Apps. Werbung, wie sie bei Twitter oder Facebook angezeigt wird, sei davon nicht betroffen. Laut Financial Times habe ein großer Netzanbieter die entsprechende Software bereits in seinem Rechenzentrum installiert.

Ein Vertreter eines nicht genannten Anbieters sagte der Zeitung, dass mehrere Anbieter noch 2015 damit beginnen wollen, Werbung zu filtern. Dabei sei geplant, den Kunden zunächst eine kostenlose Option anzubieten, das mobile Internet werbefrei zu nutzen. Dazu gebe es die Möglichkeit, die der Mann "Die Bombe" nennt. Dabei würde Werbung komplett für alle gesperrt. Ziel der Maßnahme sei es, Google und andere große Onlinewerber an den Verhandlungstisch zu bekommen.

Denn die Netzanbieter wollen vom Werbegeld ein Stück abbekommen. Dass dieser Schritt wettbewerbsrechtlich und in Hinsicht auf Netzneutralität gewagt sei, ist den Anbietern dabei bewusst. In der EU und den USA sei es deshalb eine Option, die Werbung nur zu bestimmten Zeiten zu blockieren - um Google und Co aufzuweichen. Im Kern gehe es dabei um die üblichen Konflikte, die rund um die Frage der Netzneutralität entstehen: die Anbieter seien frustriert, dass große Internetkonzerne viel Datenverkehr erzeugen und damit Geld verdienen, sich aber nicht an den Kosten beteiligen. Google steht auf dem Standpunkt, dass die Nutzer für ihre Mobilfunkverbindung zahlen und Werbung der Weg sei, der viele beliebte Dienste finanziere.

Die Technik, mit dem die Netzbetreiber Werbung filtern wollen, stammt vom israelischen Startup Shine. Das Unternehmen sagte der Zeitung, dass es einige große Kunden aus der Mobilfunkbranche habe. Laut Financial Times gehört Li Ka-shing zu den Investoren von Shine, er ist zudem Mehrheitseigner des Konzerns Hutchison Whampoa, zu dem unter anderem die Mobilfunkanbieter "3" (Österreich) und Hutchison (Asien) gehören.

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