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Netscape wird gestutzt

07.08.2000 | 12:31 Uhr |

AOL gibt im Streit um die Schnüffel-Attacken der Smart-Download-Funktion in Netscape nach. Ein AOL-Sprecher gab bekannt, dass die Übertragung von Daten an die Netscape-Server in Zukunft nicht mehr erfolgen werde.

AOL will die umstrittene Smart-Download-Funktion aus Netscape entfernen, die Nutzer ausspioniert. Die Zusatzfunktion von Netscape hatte vor einigen Wochen für großen Wirbel gesorgt. Eigentlich soll das Tool den Nutzern erleichtern, Dateien aus dem Internet herunterzuladen. Dann jedoch wurde bekannt, dass Smart-Download auch Informationen über den User an Netscape verschickt.

Ende Juni hatte der Fotograf und Webmaster Christopher Specht AOL wegen der Schnüffelei von Smart-Download verklagt. AOL hatte im letzten Jahr Netscape für zehn Milliarden US-Dollar gekauft. Sicherheits-Experten hatten bestätigt, dass das Tool den Nutzer ausspioniert und Daten an die Netscape-Server verschickt.

Die Nachrichten-Agentur Reuters zitiert nun AOL-Sprecher Andrew Weintsein, der bekannt gegeben habe, sein Unternehmen beabsichtige die unerwünschte Netscape-Funktion wieder herauszunehmen. Weintsein betonte, dass AOL niemals Daten, die Smart-Download übertragen hat, ausgewertet habe. Die übermittelten Daten seien nur wichtig gewesen, damit Smart-Download den Download wieder aufnehmen kann, falls die Verbindung vor Ende des Downloads unterbrochen werde. (PC-WELT, 07.08.2000, pk)

Download von Netscape 4.73 (deutsch)

Netscape-Spionage: Deutsche Anwender kaum betroffen (PC-WELT Online, 12.07.2000)

Netscape spioniert Downloads aus (PC-WELT Online, 10.07.2000)

Surfer verklagt Netscape (PC-WELT Online, 07.07.2000)

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