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Nepp: Wenn der Dialer selbst "OK" tippt (Update)

08.09.2004 | 15:53 Uhr |

Dialerschutz.de hatte einen ferngesteuerten Dialer ausfindig gemacht, der sich selbst die Erlaubnis zur Einwahl gibt, in dem er im Zustimmungsfenster ein "OK" eingibt. Mittlerweile hat sich die Firma zu Wort gemeldet, über die der Dialer abgerechnet wird.

Dialer müssen laut Gesetzgebung gewisse Regeln einhalten, dazu gehört auch, dass der Anwender ein "OK" eingeben muss. Dialerschutz.de hatte einen ferngesteuerten Dialer ausfindig gemacht, der sich selbst die Erlaubnis zur Einwahl gibt, indem er im Zustimmungsfenster ein "OK" eingibt. Keinerlei Spuren werden dabei auf dem PC hinterlassen.

Der Fall hatte für Aufsehen gesorgt und Stimmen laut werden lassen, die eine Gesetzesänderung forderten. Mittlerweile hat sich auch die für die Abrechnung des Dialers zuständige Firma Teleflate S.L. aus Mallorca zu Wort gemeldet.

Wie Dialerschutz.de berichtet, sei laut Angaben von Teleflate ein an dem Partnersystem angeschlossener Webmaster für den Dialermissbrauch verantwortlich. Dieser habe den ordnungsgemäß bei der RegTP registrierten Dialer von Teleflate manipuliert und um eine Fernsteuerung erweitert.

Das Statement von Teleflate: "In der KW 35/36 wurden einzelne Wählprogramme welche über die Teleflate S.L. Rufnummern 090090000484 und 090090000492 abgerechnet werden anscheinend von einem der an das Partnersystem angeschlossenen Werbepartner (Webmaster) missbraucht. Nach den bisher vorliegenden Informationen wurde eventuell eine fremde Software zusätzlich zu dem registrierten und rechtlich einwandfreien Dialer der Firma Teleflate S.L. auf den Rechner des Benutzers geladen welcher dann eine automatische Anwahl des Wählprogramms vornahm."

Teleflate habe als Konsequenz bis zur vollständigen Aufklärung die Auszahlung aller Provisionen an die im System angeschlossenen Werbepartner gestoppt. Den Abzocker konnte das Unternehmen allerdings laut eigenen Angaben noch nicht ausfindig machen. Jede Rufnummer werde von vielen Werbepartnern genutzt, so dass bisher der Verantwortliche noch nicht ausfindig gemacht werden konnte. Teleflate sei allerdings stark an der Aufklärung des Falles interessiert und plane rechtliche Schritte gegen die Person einzulegen. Weitere Infos zu den Hintergründen des Dialer-Nepps finden Sie auf der Website von Dialerschutz.de .

Update (16:15): Die Regulierungsbehörde hat nun auf den Dialer-Nepp reagiert und den Dialern der Firma Teleflate rückwirkend die Registrierung entzogen. Gute Nachricht für die Geschädigten: Netzbetreiber auf Anordnung der Behörde keine Rechnungen über die durch die betroffenen Dialer verursachten Kosten verschicken. Die Details hierzu finden Sie in unserem ausführlichen Bericht zur Entscheidung der Regulierungsbehörde in dieser PC-WELT Nachricht .

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