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Neonazi-Spamwelle überschwemmt Postfächer

11.06.2004 | 14:55 Uhr |

Neofaschisten ist es gelungen, Abertausende Spam-Mails über das Internet zu verbreiten. Hierbei haben sich die Ausländerfeinde und Volksverhetzer massenhaft privater PCs bedient. Die faschistischen Botschaften, mit denen das Web überschwemmt wurde, schienen von Privatpersonen wie auch von großen Firmen und Medienkonzernen wie dem "Spiegel", "Manager Magazin", der "Deutschen Welle" und anderen zu stammen.

Neofaschisten ist es gelungen, Abertausende Spam-Mails über das Internet zu verbreiten. Hierbei haben sich die Ausländerfeinde und Volksverhetzer massenhaft privater PCs bedient. Die faschistischen Botschaften, mit denen das Web überschwemmt wurde, schienen von Privatpersonen wie auch von großen Firmen und Medienkonzernen wie dem "Spiegel", "Manager Magazin", der "Deutschen Welle" und anderen zu stammen, berichtet unsere Schwesterpublikation " Computerwoche ".

In den Botschaften verbreiten die Faschisten unter anderem Türkenhetze und ausländerfeindliche Kommentare. Zudem offerieren sie Links etwa auf NPD-Seiten. Losgetreten wurde die Online-Lawine in der Nacht vom Mittwoch auf Donnerstag, schreibt unter anderem "Spiegel online". Nachrichten mit Titeln wie "Was Deutschland braucht, sind deutsche Kinder", "Asylant quälte Tiere brutal zu Tode", "Deutsches Mädchen fast vergewaltigt" etc. bedienen die bekannten dumpfen rechten Ressentiments. Was politisch nicht genehm ist wie etwa die Gesundheits- und Rentenreform, wird genutzt, um die Politik Berlins als linksgerichteten Irrweg der Bundesrepublik zu desavouieren.

Unter dem Mäntelchen journalistischer Berichte wird unter anderem offen ausländerfeindliche Propaganda verbreitet. Hierzu bieten die Texte auch Links auf im ultrarechten Spektrum verankerte Interessensgruppen wie der "Jungen Freiheit". Inhaltlich sind die jetzt aufgetauchten Massenbotschaften diesen Websites entlehnt. Allerdings konnte bislang erst ein einziger Account identifiziert werden, von dem die faschistischen Botschaften gesandt wurden. Die kenntlich gemachte IP-Adresse stammt von dem PC eines Studenten, der über einen Server der Universität Rostock seine Botschaften absandte. Andere Mails, schreibt "Spiegel online", stammten aus Paris, aus Tschechien oder Australien. Zu fragen ist, ob der Zeitpunkt der Versendung der faschistischen Hetzbotschaften zufällig direkt vor den Europawahlen gewählt wurde oder nicht.

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