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Neonazi-Artikel bei Ebay: Unternehmen wehrt sich

07.02.2006 | 10:12 Uhr |

Ebay wird nicht nur für ausgediente Klamotten oder sonstige Artikel genutzt, auch illegale Angebote schlüpfen durch die Kontrollen des Unternehmens. Mitarbeiter des ARD-Magazin "Report Mainz" konnten über das Auktionshaus einige Neonazi-Artikel ersteigern, deren Verkauf in Deutschland verboten ist. Nun reagiert das Unternehmen und weist den Vorwurf laxer Kontrollen zurück.

In den Richtlinien von Ebay ist beschrieben, welche Artikel über die Plattform verkauft werden dürfen - und welche nicht. Auf der Negativ-Liste stehen unter anderem lebende Tiere, aber auch Neonazi-Artikel. Genau solche haben nun allerdings Mitarbeiter des ARD-Magazins "Report Mainz" bei Ebay ersteigern können. Der Großteil der Angebote stammte zwar von ausländischen Ebay-Sites, einige Artikel würden laut Report Mainz aber auch über die deutschen Seiten angeboten.

Kritik kam vom Zentralrat der Juden in Deutschland. Der Zentralrat habe in den vergangenen Jahren drei Mal in dieser Frage an Ebay geschrieben, sagte Vizepräsident Salomon Korn dem Magazin, "und es stellte sich jedes Mal heraus, dass Ebay zwar schöne Worte findet, aber das Problem nicht in den Griff bekommt."

Ebay wehrt sich gegen die Vorwürfe. In einer Stellungnahme zu der Sendung heißt es: "Wir distanzieren uns klar und eindeutig von jeglichem Versuch, den Ebay-Marktplatz für den Handel mit Artikeln zu missbrauchen, die einen nationalsozialistischen Bezug haben." Hierzu gibt es auf den Unternehmens-Sites auch einen eigenen Ebay-Grundsatz .

Zwar suche Ebay aktiv nach derartigen Auktionen, um diese umgehend zu löschen und gegen die Verantwortlichen vorzugehen, das Unternehmen räumt aber auch Probleme ein: "Da die rechtsradikale Szene Begriffe verwendet und Gegenstände zu vertreiben versucht, die nicht allgemein bekannt sind, arbeiten wir eng mit externen Experten, beispielsweise vom Verfassungsschutz, zusammen, um bestmöglich derartige Angebote bekämpfen zu können." Daneben geht Ebay eigenen Angaben zufolge auch Hinweise von Nutzern nach, die derartige Auktionen entdecken.

Allerdings haben die Ergebnisse von Report Mainz dem Unternehmen gezeigt, " dass wir über die oben dargestellten Maßnahmen hinaus handeln müssen.

Auch das Problem mit Neonazi-Artikel-Angeboten aus anderen Ländern will Ebay angehen. Hier sind vor allem die USA zu nennen. Dort wird der Handel mit derartigen Artikeln anders bewertet als in Deutschland. "Wir haben unverzüglich begonnen, die Ebay-interne Zusammenarbeit auf internationaler Ebene zu forcieren, um sicherzustellen, dass gegen solche Artikel auch international auf anderen Ebay-Marktplätzen konsequent vorgegangen wird", so das Unternehmen.

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