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Nazi-Raubkunst per Internet finden

20.02.2001 | 16:27 Uhr |

Seit über 50 Jahren bemühen sich Museen, Privatbesitzer und ihre Nachkommen um eine Rückführung von Nazi-Raubkunst. Das Internet spielt bei den Nachforschungen dabei eine immer wichtigere Rolle.

Seit über 50 Jahren bemühen sich Museen, Privatbesitzer und ihre Nachkommen um eine Rückführung von Nazi-Raubkunst. Das Internet spielt bei den Nachforschungen dabei eine immer wichtigere Rolle. Derzeit baut die Bundesregierung ein Archiv von Kunstwerken auf, deren rechtmäßige Eigentümer noch gesucht werden. Was geschah nach dem Zweiten Weltkrieg mit den Kunstgütern, die aus europäischen Sammlungen gestohlen wurden?

Geraubte Kunstwerke werden nicht nur in europäischen, sondern zum Beispiel auch in nordamerikanischen Sammlungen vermutet. Zwei kanadische Museen haben ihre Suche nach möglichen Raubgüter jetzt auf das weltweite Datennetz ausgeweitet. Die Nationalgalerie Kanadas war zuletzt Eigentümerin des "Porträts eines sitzenden Mannes" von Franz Hals. Nun präsentiert sie das um 1645 entstandene Porträt mit über 120 anderen Kunstwerken auf ihrer Homepage.

"Wir sind uns unserer ethischen Verpflichtung sehr bewusst und nehmen diese sehr ernst", so Museumsdirektor Pierre Theberge. Die Museen hatten schon vor Jahren die systematische Forschung nach Nazi-Raubgut in den eigenen Beständen beschlossen. Eine groß angelegte Präsentation im Internet, die bestohlenen Vorbesitzern die Identifikation ihres Besitzes erleichtert, bieten aber bisher nur die kanadische Nationalgalerie sowie die Art Gallery of Ontario in Toronto.

Weder die Nationalgalerie noch das Museum in Toronto haben bislang über das Internet einen Vorbesitzer ausfindig machen können. Dennoch verzeichnen die Websites seit ihrer Einrichtung im Januar regen Besuch. "An einigen Tagen zählen wir bis zu 40.000 Menschen, die sich die Bilder ansehen", meint Liana Radvak, eine Sprecherin der Art Gallery of Ontario. (PC-WELT, 20.02.2001, dpa/ mp)

Archiv der Bundesregierung

Provenance-Projekt der Nationalgalerie Kanada

Art Gallery of Ontario in Toronto

Hat IBM die Nazis unterstützt? (PC-WELT Online, 12.02.2001)

Neonazi-Websites gelöscht (PC-WELT Online, 06.02.2001)

Internet-Seite über Holocaust (PC-WELT Online, 04.02.2001)

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