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Nazi-Artikel: Yahoo verliert Klage

Yahoo darf auf seinen Auktions-Websites keine Nazi-Artikel mehr nach Frankreich verkaufen. Jetzt muss der Online-Anbieter sich überlegen, wie er den Zugang zu solchen Angeboten für französische Anwender sperren kann.

Yahoo darf auf seinen Auktions-Websites keine Nazi-Artikel mehr nach Frankreich verkaufen. Eine entsprechende vorläufige Anordnung hat das Pariser Zivilgericht jetzt erlassen. Der Richter erkärte Yahoo für schuldig und ordnete an, dass der amerikanische Internet-Anbieter den Klägern jeweils 1390 Dollar zahlen muss. Bis zum 24. Juli Zeit hat Yahoo Zeit, Vorschläge zu unterbreiten, wie man den Zugang zu solchen Angeboten für französische Anwender sperren kann. Bei weiterer Missachtung des Gesetzes droht Yahoo eine Strafe von 91.000 Dollar täglich.

Der Vorstoß des Gerichts gegen Yahoo geht auf Anträge der "Internationalen Liga gegen Rassismus und Antisemitismus" und der "Union der jüdischen Studenten" in Frankreich zurück. Beide hatten vor Gericht geltend gemacht, die Ausstellung und der Verkauf von Nazi-Utensilien über das Internet müsse verboten werden, weil damit "die kollektive Erinnerung Frankreichs" verletzt werde.

Yahoo hatte argumentiert, dass die Auktion von Nazi-Objekten von der US-Verfassung als Meinungsfreiheit geschützt werde. Das Unternehmen hatte die Versteigerung solcher Gegenstände zwar auf seiner französischen Site (www.yahoo.fr) gesperrt, nicht aber auf der Site www.yahoo.com. Und auf die können natürlich auch französische Internetnutzer zugreifen. (PC-WELT, 23.05.2000, dpa/ sp)

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