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Navigation der Zukunft

24.03.2006 | 10:00 Uhr |

Aktuelle Navigationssysteme schicken Autofahrer oft von einem Stau in den nächsten. In Zukunft vermeiden sie den Stau stattdessen.

ZUKUNFTSVISION In einigen Jahren sollen schadstoffbelastete Strecken vorübergehend gesperrt werden. Die künstliche Nase hilft, rechtzeitig auf eine andere Route zu wechseln
Vergrößern ZUKUNFTSVISION In einigen Jahren sollen schadstoffbelastete Strecken vorübergehend gesperrt werden. Die künstliche Nase hilft, rechtzeitig auf eine andere Route zu wechseln

Moderne Navigationssysteme versuchen durch die Auswertung aktueller Verkehrsinformationen Staus zu umgehen. Möglich machen das Geräte der zweiten Generation, die sich auf die unhörbar mit dem UKW-Signal ausgestrahlten TMC-Nachrichten (Traffic Message Channel) verstehen. In codierter Form bekommt das Radio oder Navigationsgerät über diesen Kanal fortwährend Meldungen über Staus oder Gefahren, die allein auf der deutschen Landkarte zwischen etwa 30.000 festgelegten Punkten drohen. Rechtzeitig zur Fußball-Weltmeisterschaft 2006 werden außerdem die Zufahrten zu den Fußballstadien ergänzt.

Aus dem Stau auf der Hauptstrecke wird so in vielen Fällen jedoch ein Stau auf der Nebenstrecke. Der Grund: TMC liefert nur Informationen über Probleme, aber keine Lösungsvorschläge. "Heutige Navigationssysteme berechnen kleinräumige Umleitungen", beschreibt Christian Ress vom Ford Forschungszentrum Aachen das Dilemma. "Sie suchen meist die Strecke, die auf kürzestem Weg um einen blockierten Straßenabschnitt herumführt." Wie Lemminge stürzen sich alle Fahrer mit Naviunterstützung kurz vor dem Stau-Ende auf die Ausweichstrecke, auf der der Verkehr unter dem Ansturm schon bald zusammenbricht.

PERONSALISIERTE ROUTEN: "Die personalisierte Routenempfehlung soll künftig sicherstellen, dass sich der Autoverkehr gleichmäßig auf das rund um den Stau vorhandene Straßennetz verteilt", skizziert Rudi Kunze, Forschungsleiter Ford Europa, die Vision von der verkehrsinfarktfreien Umleitung.

Dahinter steht die Idee, dass ein Paketzusteller auf seiner regionalen Liefertour die engste Umfahrung einer Unfallstelle benutzen muss, während ein Spediteur auf dem Weg von Flensburg nach Garmisch mit einer weiträumigen Umfahrung besser fährt und gleichzeitig die regionale Umleitungsstrecke entlastet. Solche Empfehlungen müssten oft nicht einmal komplett berechnet werden, da Behörden längst Verkehrsleitstrategien für stauverdächtige Stellen ausgearbeitet haben oder sie dank ihres Hintergrundwissens frühzeitig ausgeben können.

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