15.06.2011, 12:06

Hans-Christian Dirscherl

Navigations-Hochzeit

Garmin übernimmt Navigon

©Garmin

Garmin reagiert auf den wachsenden Druck durch Smartphones mit Navi-Apps: Der Navigationsgeräte-Hersteller übernimmt Navigon. Navigon stellt mit dem MobileNavigator eine bekannte Navigationssoftware für iOS, Android und andere Smartphone-Betriebssysteme.
Garmin sieht sich ähnlich wie TomTom mit dem Problem konfrontiert, dass Smartphones zusammen mit einer Navigationssoftware eine ernste Konkurrenz darstellen. Wer nur ab und zu ein Navigationsgerät benötigt, fährt mit der Kombination aus einem Android-Smartphone und dem kostenlosen Google Maps Navigation ganz hervorragend und kann sich das Geld für ein Stand-Alone-Navi sparen.
Auf diese Situation müssen die Hersteller von Navigationsgeräten reagieren. TomTom bietet bis jetzt nur für das iPhone eine kostenpflichtige Navi-App an. Der Android-Markt erscheint TomTom anscheinend also nicht lohnend genug, immerhin sind Android-Benutzer in der Regel weniger bereit für eine App zu bezahlen als es bei iOS-Anwendern der Fall ist. Stattdessen versucht TomTom neue Einnahmegebiete zu erschließen, indem es die anonymisierten Verkehrsdaten seiner Navigationsgeräte weiterverkauft, unter anderem an die Polizei. Diese kann damit potenzielle Unfallschwerpunkte erkennen.
Garmin geht nun aber einen anderen Weg. Das Unternehmen hatte in der Vergangenheit schon versucht mit einer Kombination aus Smartphone und Navigationsgerät Fuß zu fassen: Garmin nüvifone A50. Vergeblich.
Nun kauft Garmin das Unternehmen Navigon und erwirbt damit eine der bekanntesten Navi-Apps für verschiedene Smartphone-OS: Den Navigon Mobile Navigator.
Genau gesagt: Garmin und die Aktionäre der Navigon AG haben ein Abkommen unterzeichnet, wonach eine Tochterfirma von Garmin den in privater Hand befindlichen Navigations-Anbieter Navigon zu übernehmen beabsichtigt. Navigon soll als eine Tochtergesellschaft der Garmin Ltd. tätig werden. Die Übernahme steht unter dem Vorbehalt der Genehmigung durch die Kartellbehörden. Über die finanziellen Rahmenbedingungen der Transaktion wurde Stillschweigen vereinbart.
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