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Nasa findet Nebel und fließendes Eis auf Pluto

27.07.2015 | 12:47 Uhr |

Auf Pluto gibt es Nebel. Das legen die neuesten Aufnahmen nahe, die New Horizons zur Nasa-Bodenstation übermittelt hat. Außerdem könnte es fließende Eisschichten geben.

Laut Nasa zeige ein neues Foto zwei Nebelschichten. Die eine Schicht liege rund 80 Kilometer über der Pluto-Oberfläche, die andere in rund 50 Kilometern Höhe. Sogar in 130 Kilometern Höhe hätten die Wissenschaftler noch kleine Nebelfelder gefunden.

Nasa-Forscher überrascht der Nebel

Die Nasa-Wissenschaftler überraschte die Existenz von Nebel in diesen Höhen, weil sie bisher davon ausgegangen sind, dass ab einer Höhe von zirka 30 Kilometer es zu warm für Nebel sein müsste.

Die Wissenschaftler wollen anhand von Modellrechnungen ermittelt haben, dass die Nebelschwaden entstehen, weil das Gas Methan durch Sonnenlicht aufgespalten wird. Dadurch entstünden Ethylen und Acetylen, die in kälteren Schichten der Atmosphäre zu Eisteilchen gefrieren und so den Nebel bilden.

Neuigkeiten zur Sputnik-Eisfläche

Zur so genannten Sputnik-Oberfläche gibt es ebenfalls Neues: Die Wissenschaftler haben Hinweis auf ehemals fließende Eisschichten gefunden. Diese könnten sich vielleicht immer noch bewegen. Die großen Mengen an Stickstoff-, Kohlenmonoxid- und Methaneis, die sich im Eis der Sputnik-Ebene befinden, könnten bei den tiefen Temperaturen von etwa minus 230 Grad Celsius noch fließen.

Das jetzt veröffentlichte "Nebel-Foto" ist die jüngste Aufnahme einer langen Reihe von sensationellen Fotos, die die Pluto-Sonde New Horizons von dem Zwerg-Planeten Pluto und einigen seiner Monde gemacht und zur Erde geschickt hat. Bis alle Aufnahmen auf der Erde eingetroffen sind, dürften noch rund 16 Monate vergehen.

Die im Jahr 2006 gestartete Nasa-Sonde New Horizons hat bis zum Pluto einen 4,8 Milliarden Kilometer weiten Weg zurückgelegt. Und New Horizons ist noch lange nicht am Ende, sondern erkundet nach dem Vorbeiflug an Pluto (der am Dienstag, den 14. Juli 2015, um 13:49 Uhr war) nun weitere Objekte im so genannten Kuipergürtel. New Horizons fliegt mit einer Geschwindigkeit von fast 49.600 Kilometer pro Stunde. Die Signale, die New Horizons zur Erde funkt, benötigen mittlerweile über 4,5 Stunden, bis sie hier eintreffen.   Im Inneren der Pluto-Sonde werkelt der Prozessor MIPS R3000, der auch die Sony Playstation 1 antreibt.  Er ist in New Horizons mit nur 12 MHz   getaktet – Zuverlässigkeit und Langlebigkeit haben hier Vorrang.

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