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Vandalismus auf Myspace

01.07.2008 | 16:25 Uhr |

Auf Myspace kämpfen die Nutzer einen scheinbar aussichtslosen Kampf gegen Trolle, Spammer und andere Cyber-Vandalen. Diese fluten Gruppenprofile mit Werbung oder sinnfreien Kommentaren.

Die Nutzer von Myspace, einem der ersten sozialen Netzwerke, sehen sich im Kampf gegen Cyber-Vandalismus vom Betreiber des Dienstes allein gelassen. Viele Myspace-Gruppen, die sich mit Hobbys ihrer Mitglieder oder für sie interessanten Themen befassen, werden mit einer großen Zahl leerer Kommentare, mit Werbebotschaften, irrelevanten Beiträgen und beleidigenden Äußerungen zugepflastert. Die betroffenen Gruppen werden dadurch für ihre interessierten Nutzer nahezu unbrauchbar.

Schon der Volksmund in früheren Generationen wusste: "Narrenhände beschmieren Tisch und Wände." Das setzt sich im Internet fort und ist auch hier keine ganz neue Entwicklung. Myspace ist eher ein beliebiges Beispiel dafür als die große Ausnahme. Die Nutzer werfen Myspace vor zu wenig gegen den Überhand nehmenden Vandalismus zu unternehmen. Etliche technische Schwachstellen ermöglichen es Spammer und Trollen ihren Unrat in Gruppen abzukippen, zu deren Mitgliedern sie gar nicht zählen.

Einige Vandalen fügen etwa Dutzende leerer Kommentare ein, was zu etlichen leeren Seiten zwischen den normalen Kommentaren führt. Diese leeren Seiten bleiben auch noch erhalten, wenn die leeren Kommentaren entfernt werden. Einer der Trolle belästigt zum Beispiel sein unfreiwilliges Publikum mit Nacktfotos von sich selbst.

Während in den meisten anderen Foren und Diskussionsgruppen im Internet nur Beiträge von Mitgliedern einer Gruppe zu gelassen sind, können Myspace-Gruppen von Jedermann mit beliebigen Kommentaren und Bildern geflutet werden - ein Myspace-Konto genügt. Die Spammer und Cyber-Vandalen verfügen meist über mehrere Konten und legen sich bei Bedarf einfach neue an, falls mal eines wegen zu vieler Beschwerden gesperrt wird.

Betroffene Myspace-Nutzer beklagen, dass Myspace ihren Beschwerden nicht oder zu langsam nachgehe und Schwachstellen nicht beseitige. Von der Seite des Betreibers kämen nur leere Versprechungen, getan werde aber nichts. Myspace hat zwar sein Sicherheitsteam in den letzten Jahren stark erweitert, wird des Problems jedoch offenbar nicht Herr.

Gruppen-Admins behelfen sich zum Teil mit eigenen Tools, die zum Beispiel automatisch nach leeren Kommentaren suchen und sie löschen. Das verstößt zwar ebenso gegen die Nutzungsbedingungen von Myspace wie Spam oder Beleidigungen, verschafft geplagten Gruppen-Admins jedoch etwas Luft. Die Nutzungsbedingungen scheint ohnehin niemand zu lesen, geschweige denn zu beachten. Aber auch das ist kein auf Myspace begrenztes Phänomen.

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