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Napster wird zentrale Medienplattform

04.05.2001 | 11:19 Uhr |

Der Bertelsmann-Konzern will die umstrittene Internet-Musikbörse Napster zur "zentralen Medienplattform" für seine digitalen Angebote ausbauen. Dabei sollen auch andere Unternehmen solche Internet-Plattformen nutzen können.

Der Bertelsmann-Konzern will die umstrittene Internet-Musikbörse Napster zur "zentralen Medienplattform" für seine digitalen Angebote ausbauen. "Es gibt sehr wenige globale Marken, die in kürzester Zeit eine solche Bekanntheit erreicht haben", meint Andreas Schmidt, Vorstandschef der Bertelsmann eCommerce Group.

Dabei sollen auch andere Unternehmen solche Internet-Plattformen nutzen können. An dem für den Sommer geplanten legalen Napster-Modell würden außer Bertelsmann auch Allianz MusicNet und die Medienkonzerne AOL Time Warner und EMI mitwirken. Über Napster konnten Internet-Nutzer in der Vergangenheit kostenlos Musikdateien tauschen.

Mehrere Plattenlabels haben gegen den Dienst, der nach Medienberichten weltweit 72 Millionen Nutzer hatte, geklagt. Bertelsmann war im Herbst 2000 eine Allianz mit Napster eingegangen und will den Service künftig gegen eine Abonnementsgebühr weiter betreiben.

Bertelsmann will über seine Plattform-Strategie 55 Millionen Kunden weltweit aus einer Hand personalisierte Internet-Angebote liefern; der Zugriff soll per PC oder Handy über ein Abonnement- oder Mitgliedsmodell möglich sein. Das Prinzip sei bereits durch die traditionellen Buch-Clubs des Konzerns bekannt. "Bertelsmann ist zurück bei seinen Wurzeln", so Schmidt. Die eCommerce Group peilt in diesem Jahr mit 3300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern einen Umsatz von 2,5 Milliarden Mark an, davon mindestens 35 Prozent über rein elektronischen Handel.

Die deutsche Internet- und Multimediabranche wird nach Angaben ihres Dachverbands auch in diesem Jahr um 50 Prozent wachsen. Der Umsatz der Dienstleister in dem Wirtschaftszweig habe sich 2000 auf rund 20 Milliarden Mark verdoppelt, erläuterte der Präsident des Deutschen Multimedia Verbands (dmmv), Rainer Wiedmann. Die Branche beschäftigt in Deutschland rund 250.000 Menschen. Die Zahl der Internet-Nutzer habe sich im vergangenen Jahr verdoppelt, der Umsatz im elektronischen Handel mehr als verdreifacht. (PC-WELT, 04.05.2001, dpa/ hc)

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