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Napster wird kaum noch genutzt

07.06.2001 | 10:35 Uhr |

Zweifel am Erfolg des Abonnementmodells von Napster scheinen momentan mehr und mehr berechtigt zu sein. So ist die Zahl der über Napster getauschten Musiktitel innerhalb der letzten drei Monate derart dramatisch gesunken, dass sich ein Besuch kaum noch zu lohnen scheint.

Innerhalb der letzten drei Monate ist die Zahl der über Napster getauschten Musiktitel um 90 Prozent gesunken. Dies ergab ein Studie des amerikanischen Forschungsinstituts "Webnoize".

Mit ein Grund für den dramatischen Rückgang sind die Filtersysteme, die die Tauschbörse auf Anordnung des Gerichtes implementieren musste. Während der durchschnittliche Napster-Nutzer noch im Februar 2001 rund 220 Titel anbot, schrumpfte die Menge der tauschbaren Files bis Mai auf 21 zusammen.

Mit der Verknappung des Angebots einher geht auch die Zahl der heruntergeladenen Dateien zurück. Diese sank ebenfalls Bergrutschartig von 2,79 Milliarden im Februar auf 360 Millionen im Mai, was einem Rückgang von 87 Prozent entspricht.

Auch die Zahl der Mitglieder, die gleichzeitig die Server von Napster bevölkern, ist gesunken. Im Mai tummelten sich lediglich 840.000 Nutzer in Napstergefilden, im Februar waren es noch 1,57 Millionen.

Die Studie wurde einen Tag nach Bekanntgabe der Zusammenarbeit zwischen Napster und Musicnet veröffentlicht (wir berichteten) und zeigt, dass die Zweifel am Erfolg des Abonnementmodells durchaus berechtigt waren.

Webnoize befragte zusätzlich 3000 Napster-Mitglieder, wie sie sich nach der Umstellung des Dienstes verhalten werden. 78 Prozent gaben an, künftig illegale Mittel zu nutzen, um weiterhin an urheberrechtlich geschützte Titel zu gelangen, lediglich 21 Prozent wollen sich für legale Titel entscheiden.

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