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Napster und MP3.com lenken ein

MP3.com hat den Zugang zu den Inhalten großer Plattenfirmen auf seiner Website gesperrt. Von einem Lizenzabkommen erhofft man sich jetzt, die Musik der "Majors" bald wieder frei geben zu können. Napster hat ebenfalls eingelenkt und über 300.000 Anwender, die Musiktitel der Rockband "Metallica" illegal verbreitet haben sollen, den Zugang verwehrt.

Nachdem die MP3-Tauschbörse diese Woche über 300.000 Anwender gesperrt hat, die illegale Musik der Rockband "Metallica" verbreitet haben sollen, macht jetzt auch MP3.com Zugeständnisse an Musiker und die Musikindustrie. So hat das Unternehmen den Zugang zu den Inhalten großer Plattenfirmen auf seiner Website gesperrt. Bei MP3.com können die Nutzer Musikdateien ablegen, die sich andere Anwender dann herunterladen.

"Wir bedauern diesen Schritt, der mehr als 500.000 Menschen trifft, die einen My.MP3.com-Account haben. Obwohl wir mit dieser Entscheidung des Gerichts nicht einverstanden sind, wollen wir doch unseren guten Willen und unser Interesse an einer einvernehmlichen Lösung demonstrieren", kommentierte MP3.com-Chef Robin D. Richards seinen Schritt. So genannte Independent-Labels und klassische Musik sind von der Sperrung nicht betroffen.

Jetzt bemüht sich MP3.com um ein Lizenzabkommen, um den Zugang zu den Inhalten der fünf großen Labels - Sony Music, EMI, BMG, Universal und Warner Music - wieder freizugeben.

Die großen Plattenfirmen hatten MP3.com Anfang des Jahres verklagt weil das Unternehmen im Internet die Möglichkeit zum Tausch von geschützten Musikdateien bietet. Ende April hatte ein Richter die Firma MP3.com der Copyright-Verletzung für schuldig befunden.

Auch gegen die MP3-Tauschbörse Napster war Klage erhoben worden. Das Unternehmen hat ebenfalls diese Woche eingelenkt, indem es die von der Rockband "Metallica" der Copyright-Verletzung beschuldigten Nutzer aussperrte.

Allerdings könnten die betreffenden Anwender die Sperre umgehen - indem sie einen neuen Account eröffnen und einfach unter anderem Namen Musikstücke tauschen. Dann will "Metallica" einen härteren Weg einschlagen: Die bei der Untersuchung durch ein Consulting-Unternehmen gesammelten IP-Adressen der Nutzer sind bisher noch nicht veröffentlicht worden. Sie würden teilweise eine Sperrung einzelner Netz-Zugänge unabhängig vom Namen erlauben und könnten außerdem die Identität der Nutzer verraten. (PC-WELT, 11.05.2000, sp)

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