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Napster in Gesprächen über Verkauf oder Partnerschaft

19.09.2006 | 15:12 Uhr |

Napsters Widerauferstehung als legaler Musikshop stand von Beginn an unter keinem sonderlich guten Stern. Zwar konnte das Unternehmen einige hunderttausend Anwender von seinem Abo-Modell überzeugen, an den Branchen-Primus iTunes kam man aber nie heran. Da immer mehr Anbieter auf den Markt drängen und nicht zuletzt Microsoft in einigen Wochen mit dem Musikplayer Zune und einem eigenen Musikshop starten wird, denkt man bei Napster offenbar über die Zukunft nach.

Napster befindet sich nach eigenen Angaben derzeit in Gesprächen über einen Verkauf des Unternehmens beziehungsweise eine strategische Partnerschaft. Offenbar haben Kooperationen wie die zwischen Sandisk und Realnetworks, immer mehr Konkurrenz und die bevorstehende Zune-Offensive seitens Microsoft das Unternehmen dazu bewegt, sich Gedanken über die künftige Ausrichtung von Napster zu machen.

Daneben muss Napster das Problem sinkender Nutzerzahlen lösen. So ging die Zahl der Napster-Abonnenten von März bis Juni 2006 um 94.000 auf 512.000 Kunden zurück. Angaben von Napster zufolge wurde die UBS Investment Bank damit beauftragt, das Management des Unternehmens bei der "Evaluierung strategischer Alternativen" zu unterstützen. Laut Napster habe ein drittes Unternehmen Interesse an einer Übernahme beziehungsweise Errichtung einer Partnerschaft gezeigt. Um welches Unternehmen es sich dabei handelt, ist nicht bekannt. Nichtsdestotrotz ist Napster aber auch weiterhin davon überzeugt, auch im Alleingang ein solides Geschäft aufbauen zu können und verweist dabei auf seinen Barbestand in Höhe von 97 Millionen Dollar. Die Börse zeigte sich ob der Ankündigung erfreut und honorierte sie im nachbörslichen Handel mit einem Kursaufschlag von 12,4 Prozent auf 3,99 Dollar.

In den USA bietet Napster derzeit Neukunden, die den Abo-Service mindestens drei Monate lang testen, einen kostenlosen Musik-Player mit 512 MB Speicher an, ein 1-GB-Modell gibt's für 50 Dollar Zuzahlung. Zudem hat das Unternehmen im Mai einen werbebasierten Musik-Dienst gestartet, bei dem Anwender gratis über zwei Millionen Songs anhören können, dies aber pro Titel nur maximal fünf Mal.

Für das vergangene Quartal, das am 30. Juni endete, gab Napster einen Verlust in Höhe von 9,8 Millionen Dollar bekannt. Der Umsatz lag bei 28.1 Millionen Dollar.

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