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Napster für Spieler

15.02.2001 | 10:19 Uhr |

Die junge Internet-Spieleplattform Net-Games will mit dem Napster-Prinzip den großen Plattform-Betreibern Konkurrenz machen. Bei Net-Games können Nutzer sowohl Spiele-Software herunterladen als auch online spielen.

Die junge Internet-Spieleplattform Net-Games will mit dem Napster-Prinzip den großen Plattform-Betreibern Konkurrenz machen. "Unsere Mission ist es, allen Usern für nahezu alle Spiele eine globale Plattform zu bieten", so Firmen-Gründer Jürgen Stehle auf der Multimediamesse Milia in Cannes.

Statt dafür eine große zentrale Anlage, einen Serverpark, zu bauen, setzt das junge Unternehmen mit Sitz in München auf die Zusammenarbeit der Nutzer. Bei Net-Games können Anwender sowohl Spiele-Software herunterladen als auch online spielen. Geld will das Unternehmen unter anderem durch Werbung und Kooperation mit Spiele-Herstellern verdienen.

"Unser Konzept besteht im Wesentlichen aus der weltweit einzigartigen Serverstruktur", so Stehle. Bereits 5,8 Millionen Spieler hätten sich die nötige Software heruntergeladen und stellten einen Teil ihrer PCs als Server für weitere 12,7 Millionen Spieler zur Verfügung.

Net-Games koordiniert dabei lediglich den Datenaustausch. Mit Hilfe der Software lassen sich den Angaben zufolge auch Spiele von anderen Plattformen nutzen, ohne auf deren Portalen die Nutzungsgebühren zahlen zu müssen.

Das Prinzip funktioniert ähnlich wie bei Napster durch die Peer-to-Peer-Technologie (siehe Glossar). Nutzern eines Netzwerkes wird der Zugriff auf Informationen ermöglicht, die von den anderen Anwendern zur Verfügung gestellt werden. Durch eine gemeinsame Software ist eine Zusammenarbeit in Echtzeit möglich.

"Die ganze Szene hat sich per Mund-zu-Mund-Propaganda entwickelt", meinte Stehle. Mögliche Empörung bei den Branchenführern wie Electronic Arts oder Microsoft schreckt den gelernten Juristen Stehle nicht. "Die anderen Plattformbetreiber reden eigentlich nicht mit uns."

Experten vermuten unterdessen, dass die Net-Games-Software ohnehin bald überfordert sein dürfte. "Die nächsten Versionen künftiger Online-Spiele werden so umfangreich sein, dass sie auf diese Weise nicht mehr spielbar sind", meinte ein Messe-Besucher. (PC-WELT, 15.02.2001, dpa/ ml)

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