06.11.2000, 10:17

Markus Pilzweger

Napster: Standard- und Premium-Varianten?

Der Bertelsmann-Konzern rechnet mit der Beteiligung weiterer Musik-Firmen an der Internet-Musik-Plattform Napster. So haben in Vorgesprächen die Partner von Bertelsmann ihre Bereitschaft signalisiert, sich an Napster mit zu beteiligen und ein Zukunftsmodell zu entwickeln.

Der Bertelsmann-Konzern rechnet mit der Beteiligung weiterer Musik-Firmen an der Internet-Musik-Plattform Napster. Wenige Tage nach dem angekündigten Einstieg von Bertelsmann bei Napster teilte der Bertelsmann E-Commerce-Chef Andreas Schmidt der "Welt am Sonntag" mit: "In (...) Vorgesprächen haben uns unsere Partner signalisiert, sich daran zu beteiligen und mit uns gemeinsam ein Zukunftsmodell zu entwickeln".
Auch künftig werde es keine Abrechnung einzelner Musik-Titel geben. Denkbar sei vielmehr eine beitragspflichtige Mitgliedschaft. Napster-Gründer Shawn Fanning meinte zu dem Blatt, er gehe davon aus, dass die Nutzer bereit seien, 4,95 US-Dollar (elf Mark) im Monat für den Napster-Service zu zahlen. Bertelsmann wolle langfristig ähnliche Modelle nicht nur für CD, sondern für alle digitalen Speichermedien ins Leben rufen.
Der Gütersloher Medienkonzern, bisher ein erbitterter Gegner von Napster, hatte angekündigt, das Geschäftsmodell von Napster zu ändern und damit den bisher nicht geregelten Schutz von Urheberrechten zu berücksichtigen.
Bertelsmann-Vorstandschef Thomas Middelhoff rechtfertigte die Kooperation im Nachrichtenmagazin "Der Spiegel": "Dem File-Sharing gehört die Zukunft", sagte er. Die Musikindustrie habe einen Entwicklungsprozess durchmachen müssen, währenddessen diese Erkenntnis gereift sei.
Middelhoff meinte im "Spiegel" weiter, es werde keinen Alleingang von Napster und Bertelsmann geben. Ein möglicher Abonnementpreis und weitere Einzelheiten sollten in Gesprächen mit Vertretern der Musikindustrie festgelegt werden.
Vorstellbar sei ein weiterhin kostenloser Promotion-Service zum Anhören einzelner Musiktitel und ein Mitgliedsbeitrag, der den Zugang zu einer bestimmten Zahl von Titeln ermöglicht. "Wer dann mehr will, kann ein Premium-Angebot wählen", so Middelhoff zu dem Hamburger Magazin. (PC-WELT, 06.11.2000, dpa/ mp)
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