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Nokia stoppt Aufträge an Dritthersteller

Nokia fährt die Handyproduktion weiter herunter. Der finnische Marktführer hat sämtliche Verträge mit Subunternehmen gekündigt, die in seinem Auftrag Handys herstellen. Das betrifft die Zulieferer BYD, Jabil Circuit und Elcoteq sowie den weltgrößten Auftragsfertiger Foxconn, der auch das iPhone für Apple produziert. 2008 hatte Nokia etwa 17 Prozent aller Handys außerhalb der eigenen Fabriken produzieren lassen. Die Aufträge hatten einen Gesamtwert von über 5 Milliarden Euro.

Diese Entscheidung zeige, wie ernst die Lage derzeit im Handymarkt ist, meint Adam Pick Analyst beim Marktforschungsunternehmen iSuppli dazu. Schätzungen zufolge werde der weltweite Absatz von Mobiltelefonen 2009 um rund 10 Prozent schrumpfen. Deshalb kann Nokia nun anscheinend die Nachfrage mit seinen eigenen Fabriken decken. Die Entscheidung der Finnen wird die Überkapazitäten der Auftragsfertiger weiter vergrößern. Entlassungen bei den Unternehmen gelten als sicher.

Bereits im Februar kündigte der Hersteller an, die Kosten der Handyproduktion um mehr als 700 Millionen Euro zu senken. Außerdem schickte Nokia 2500 Mitarbeiter seines Werkes im finnischen Salo in Kurzarbeit. Die Geschäftszahlen für das vierte Quartal hatten gezeigt, dass die Boom-Jahre für den Branchenprimus vorbei sind. Der Handyabsatz sank im Jahresvergleich um 15 Prozent auf 113,1 Millionen verkaufte Geräte.

Selbst im Vergleich mit dem dritten Quartal 2008 ging der Handyabsatz um 4,7 Millionen Geräte zurück - trotz des Weihnachtsgeschäftes. Der Marktanteil von Nokia schrumpfte von 38 auf 37 Prozent. Noch schlimmer sieht es beim Blick auf Umsatz und Gewinn aus. Der operative Gewinn sank im Jahresvergleich um 80 Prozent auf 492 Millionen Euro.

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