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Nach Twitter-Tirade verlässt Microsoft-Direktor das Unternehmen

11.04.2013 | 14:41 Uhr |

Den Online-Zwang von Spielen und Konsolen hat ein Microsoft-Direktor mit ungewöhnlich barschen Worten verteidigt. Nun arbeitet der Betroffene offensichtlich nicht mehr im Unternehmen.

"Always on" - also die ständige Verbindung mit dem Internet wird von einer zunehmenden Zahl von Computerspielen gefordert. Das neue Sim City etwa fordert "always on" und sorgte gleich für Negativ-Schlagzeilen wegen technischer Schwierigkeiten mit den Servern des Publishers. So konnten selbst Spieler nicht zocken, die alleine für sich eine Stadt hochziehen wollten. Gerüchten nach soll die nächste Xbox ebenfalls eine dauerhafte Internet-Verbindung benötigen.

Beliebt ist "Always on" bei Spielern aber nicht gerade. Zum einen fürchten viele Server-Probleme beim Entwickler, welche sie dann vom Spielen abhalten würden. Zum anderen droht das Sammeln von mehr Daten, als dem Spieler vielleicht lieb ist. Außerdem leben nicht alle Spieler in Großstädten, welche einen schnellen DSL-Anschluss bieten. Auf dem Land ist der Internetanschluss zumeist deutlich langsamer.

Insofern hat sich der Microsoft Creative Director Adam Orth wenig sensibel verhalten. Zum Thema Internet-Pflicht auf der nächsten Xbox riet er kritischen Stimmen auf Twitter, dass man mit der Zeit gehen müsse und dass das Internet eine großartige Sache sei. Er selbst hätte gerne, dass jedes Gerät immer mit dem Internet verbunden sei. Einem weiteren seiner Tweets hat er laut Gameinformer den Hashtag "#dealwithit" hinzugefügt - "komm damit klar!". Auf das Argument, dass die Internetverbindung auch mal abbrechen könne, meinte er nur, dass es auch Stromausfälle gebe. Und als ihm ein User sagt, dass "always on" vielleicht in der Großstadt, wo Orth lebt, kein Problem sei, er aber auf dem Land wohne, antwortet der Microsoft-Manager: "Warum in aller Welt sollte ich da leben wollen?"

Wobei es die Bezeichnung "Ex-Microsoft-Manager" vermutlich besser trifft. Laut Gameinformer arbeitet Adam Orth bereits nicht mehr für die Redmonder. Ob er gekündigt wurde oder freiwillig ging, sei nicht klar. Von Microsoft hat es jedoch am Tag darauf eine Entschuldigung gegeben, dass ein Mitarbeiter sich unangemessen bei Twitter verhalten habe und dessen Meinung nicht die Meinung von Microsoft sei.

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